Allgemein 18. Juni 2026

Welche typischen Herausforderungen können nach dem Besuch des Seminars „Systemische Gruppendynamik“ besser gesteuert werden?

Nach dem Seminar sehen Teilnehmende Teams mit anderen Augen; nicht mehr als lose Gruppe einzelner Personen, sondern als lebendiges Netzwerk von Beziehungen, Erwartungen, Rollen und Einflüssen.

Sie erkennen Gruppen als ein Beziehungsgeflecht zwischen Personen, das ein Eigenleben entwickelt und sich durch sich verändernde Spielregeln und Machtdynamiken ständig weiterentwickelt. Dadurch können typische Herausforderungen, Spannungen und Konflikte früher erkannt, in ihren tieferliegenden Ursachen verstanden und bewusster wie wirkungsvoller gestaltet werden.

  1. Was kann man nach dem Seminar besser verstehen und beeinflussen? 
  • Status, Rollen, Allianzen: Wer beeinflusst wen? Wer blockiert? Und wie lässt sich eigener Einfluss wirksam gestalten? 
  • Subgruppenphänomene: Wie entstehen informelle Gruppen – und wie wirken sie auf die Gesamtgruppe? 
  • Verdeckte und „kalte“ Konflikte: Reifer Umgang mit latenten Spannungen und unterschwelligen Widerständen.  
  • Stille Macht in Gruppen: Lesen nonverbaler Signale und impliziter sozialer Spielregeln.  
  • Rollen- und Positionskonflikte: Unklarheiten über Zuständigkeiten oder Machtkämpfe im Team werden frühzeitig erkennbar und bearbeitbar.  
  • Eigene Wirkung in Gruppen: Wodurch gewinne ich Vertrauen? Wie werde ich wirksam und einflussreich?  
  • Gesamtperspektive: Verstehen und beeinflussen, was unter der Oberfläche im Gruppengeschehen passiert. 
  1. Was erleben die Teilnehmenden, das nachhaltig wirkt? 
  2. 1. Echtes Gruppengeschehen im Seminar

Teilnehmende erleben unmittelbar, wie Dynamiken entstehen und wirken – nicht theoretisch, sondern im Hier und Jetzt. 

  • Situation: Es wird nicht mit Fallbeispielen gearbeitet, sondern die Teilnehmenden sind selbst Teil eines realen Gruppensystems im Seminar.  
  • Herausforderung: Dynamiken entstehen spontan – oft ungeplant und emotional (z. B. Macht, Zugehörigkeit, Konflikte) und lassen sich nicht einfach ignorieren oder „wegmoderieren“.  
  • Lösung: Lernen durch Erleben und Reflexion. Teilnehmende beobachten sich im System, erkennen Muster und übertragen diese direkt auf ihren Führungsalltag.  
  • Analogie: Wie in einem Spiegelraum – man sieht sich nicht abstrakt, sondern in Echtzeit aus verschiedenen Perspektiven.  
  1. 2. Direktes Feedback im System

Teilnehmende erhalten unmittelbare Rückmeldungen zu ihrem Verhalten und ihrer Wirkung in der Gruppe. 

  • Situation: Feedback entsteht direkt im Gruppenprozess durch die Interaktion mit anderen Teilnehmenden.  
  • Herausforderung: Rückmeldungen sind ungefiltert und subjektiv. Sie können überraschen und konfrontieren Selbst- und Fremdbild. Gleichzeitig werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Wahrnehmung sichtbar.  
  • Lösung: Feedback im geschützten Rahmen ermöglicht Lernen über Wirkung, Beziehung und Verhalten im System.  
  • Analogie: Wie ein Navigationssystem – ohne laufende Rückmeldung merkt man nicht, ob man auf Kurs ist oder davon abkommt.  
  1. 3. Reflexion mit hoher persönlicher Relevanz

Eigene Muster, Führungsstile und „blinde Flecken“ werden sichtbar – das Lernen wirkt dadurch deutlich nachhaltiger als reine Theorievermittlung. 

  • Situation: Eigene Wahrnehmungsfilter, Rollen und Verhaltensmuster werden durch Feedback und Erleben im Gruppenprozess sichtbar.  
  • Herausforderung: Diese blinden Flecken sind im Alltag oft stabil und schwer zugänglich – besonders für erfahrene Führungskräfte.  
  • Lösung: Tiefgehende Reflexion im Gruppenkontext ermöglicht nachhaltige Einsichten und echte Verhaltensveränderung statt reinem Wissenszuwachs.  
  • Analogie: Wie ein Eisberg – das Entscheidende liegt unter der Oberfläche. Erst wenn es sichtbar wird, kann es bewusst gestaltet werden.

 

Co-Autor/innen

Dr. Roswita Königswieser
Gesellschafterin von KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.

Ulrich Königswieser
Geschäftsführer von KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.

Claudia Kucera
Management-Trainerin, KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.