Meistgelesene Artikel
| 1 | Verwaltungsrat und Cybersicherheit: Eine zwingende Kombination |
| 2 | Gruppendynamiken zu verstehen und damit umgehen zu können, ist eine Schlüsselkompetenz |
| 3 | Welche typischen Herausforderungen können nach dem Besuch des Seminars „Systemische Gruppendynamik“ besser gesteuert werden? |
- 1. Transformation gelingt nur über Teams
Strategien scheitern selten an guten Konzepten – sondern an Dynamiken, Widerständen und unbewussten Konflikten im Team.
Umsetzung gelingt nur dann, wenn nicht nur das Ziel klar ist, sondern auch das Team befähigt ist, gemeinsam zu lernen und sich kontinuierlich zu verbessern. Wenn Organisationen Veränderungsprozesse mit klaren Strategien und Konzepten starten, scheitert die Umsetzung oft an verdeckten Dynamiken – an Widerständen, Verunsicherung, unausgesprochenen Konflikten und unterschiedlichen Interessen im Team.
Welche Schlüsselkompetenz hilft hier?
Führungskräfte müssen Gruppendynamiken erkennen, ansprechen und aktiv gestalten können. Nicht nur Inhalte, sondern auch Beziehungen und Spannungen sind zu „managen“. Wie in einem Orchester: Die Partitur kann perfekt sein – wenn die Musikerinnen und Musiker nicht aufeinander hören und zusammen spielen, entsteht keine Musik.
- 2. Komplexität nimmt zu
Je unsicherer die Zeiten und je komplexer Märkte und Organisationen werden, desto wichtiger wird ein gutes Verständnis von Wechselwirkungen zwischen Zielen, Strukturen, IT-Systemen, Abteilungen und Menschen.
Vernetztes Denken und Reflexionsfähigkeit helfen Teams, die notwendigen Impulse für Entwicklung und Zielerreichung selbst zu erzeugen. Organisationen bewegen sich heute in stark vernetzten, dynamischen Systemen (z. B. durch KI, globale Abhängigkeiten oder Marktvolatilität).
Gefragt ist deshalb ein systemisches Verständnis von Wechselwirkungen in Gruppen: Wer beeinflusst wen – bewusst und unbewusst? Welche Wirkung haben Ziele und Kontext auf das Gruppengeschehen? Und wie kann Selbstorganisation so gefördert und orchestriert werden, dass Teams trotz Komplexität handlungsfähig und befähigt bleiben?
Führen in diesem Umfeld gleicht weniger der Steuerung eines Uhrwerks, sondern eher dem Navigieren durch ein komplexes Wettersystem: Man kann es nicht präzise vorhersagen und exakt kontrollieren, aber Muster erkennen und verstehen helfen, darauf hinweisen und sichtbar machen, kluge Richtungen aufzeigen und sich miteinander auf den Weg machen.
- 3. Zusammenarbeit ist der Engpassfaktor
- Leistung entsteht heute weniger durch einzelne Spitzenleistungen, sondern vor allem durch gute Zusammenarbeit. Fachkompetenz ist meist vorhanden. Doch Wertschöpfung scheitert selten am Können Einzelner. Viel häufiger entstehen Probleme an unklaren Schnittstellen, fehlender Abstimmung oder mangelndem Vertrauen.
Eine zentrale Führungsaufgabe besteht deshalb darin, die Qualität der Zusammenarbeit im gesamten Wertschöpfungsprozess zu stärken:
- ein Klima psychologischer Sicherheit schaffen
- Ziele und Rollen schärfen
- Differenzen konstruktiv bearbeiten
- kontinuierlich Teil- und Gesamtergebnisse abgleichen
Ähnlich wie im Staffellauf: Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit der Einzelnen, sondern die Qualität der Übergaben und das gemeinsame Ziel.
- Fazit
Systemische Gruppendynamik erweitert den Blick auf Führung grundlegend. Weg von der Optimierung des Individuums – hin zum Verständnis und zur Gestaltung von Gruppenprozessen. Oder kurz gesagt: Man kann Teams nicht nur besser führen, wenn man mehr Tools kennt – sondern wenn man versteht, wie sie wirklich funktionieren.
Co-Autor/innen
Dr. Roswita Königswieser
Gesellschafterin von KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.
Ulrich Königswieser
Geschäftsführer von KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.
Claudia Kucera
Management-Trainerin, KÖNIGSWIESER & NETWORK, Wien.