{"id":860,"date":"2019-03-13T11:13:49","date_gmt":"2019-03-13T10:13:49","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=860"},"modified":"2019-03-13T12:20:52","modified_gmt":"2019-03-13T11:20:52","slug":"warum-ist-die-1000-franken-note-so-beliebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/warum-ist-die-1000-franken-note-so-beliebt","title":{"rendered":"Warum ist die 1000-Franken-Note so beliebt?"},"content":{"rendered":"<p>Tatsache ist, dass die 1000-Franken-Note als t\u00e4gliches Zahlungsmittel in der Schweiz kaum eingesetzt wird, wo der Durchschnittsbetrag einer Transaktion bei rund 60 Franken liegt. In unserer Umfrage gaben lediglich drei Prozent der Befragten an, aktuell mindestens einen Tausender im Portemonnaie zu haben. Der geringe Besitz bzw. die niedrige Einsatzh\u00e4ufigkeit des Tausenders werden auch in einer SNB-Umfrage untermauert: Gem\u00e4ss Selbsteinsch\u00e4tzung beziehen 1000-Franken-Noten lediglich rund f\u00fcnf Prozent der Befragten regelm\u00e4ssig und \u00fcber rund 98 Prozent benutzen sie nie bzw. selten im Alltag \u2013 dies obwohl immer noch 35 Prozent der Zahlungen \u00fcber 1000 Franken mit Bargeld beglichen werden.<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eine 1000er-Note zu besitzen, was auch mit steigendem Einkommen einhergeht. Die Besitzer sind zudem vermehrt m\u00e4nnlich und aus dem Tessin. Die 1000er-Note wird haupts\u00e4chlich an Bank- oder Postschaltern bezogen, wo sie vor allem auch f\u00fcr die Zahlung der Rechnungen und allgemein f\u00fcr Eink\u00e4ufe verwendet wird. H\u00e4ufig werden mit ihr Autos (31% der Befragten, welche die 1000-Franken-Note zur Bezahlung von Eink\u00e4ufen verwenden), Elektroger\u00e4te (23%) oder Einrichtungsgegenst\u00e4nde und M\u00f6bel (17%) gekauft.<\/p>\n<p>Neben dem vermeintlichen Zweck als allt\u00e4gliches Zahlungsmittel wird vermutet, dass die 1000er-Note vor allem als Wertaufbewahrungsmittel dient. Die seit Jahren sinkende Umlaufgeschwindigkeit des Bargelds ist ein Indiz f\u00fcr die vermehrte Hortung des Bargelds. Jedoch gaben lediglich 37 Prozent der Befragten in der SNB-Umfrage an, \u00fcberhaupt Bargeld zuhause oder in einem Schliessfach zu lagern. Von diesen Personen bewahren drei Viertel weniger als 1000 Franken auf und rund einen F\u00fcnftel zwischen 1001 bis 5000 Franken. Die 1000-Franken-Note wird dabei \u00e4usserst selten als Wertaufbewahrungsmittel genannt (5% der Befragten). Folglich spielt die Tausendernote bei Privatpersonen als Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel eine marginale Rolle. Wie l\u00e4sst sich denn ihre makro\u00f6konomisch dargestellte Beliebtheit trotzdem erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Einerseits ist festzuhalten, dass die Angaben der SNB u.a. auf pers\u00f6nlichen Interviews beruhen, welche keine Anonymit\u00e4t zulassen und das Problem der sozialen Erw\u00fcnschtheit akzentuieren. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Resultate zur Nutzung des Bargelds als Wertaufbewahrungsmittel nicht wahrheitsgetreu sind und sich auf konservativem Niveau bewegen. Es gibt n\u00e4mlich statistische Indizien, dass die Tausendernote zur Steuervermeidung verwendet wird, obwohl sich dies bei der aktuellen Verm\u00f6gensverteilung f\u00fcr die meisten Personen finanziell kaum auszahlt. Regelm\u00e4ssig nimmt die Nachfrage nach 1000er-Noten im Dezember jeweils stark zu, um im Januar wieder deutlich zu sinken. Dies ist gem\u00e4ss einer Studie konsistent mit der Beobachtung, dass Schweizer mehr 1000er Noten horten als Immigranten. Erstere sind aber auch im Durchschnitt \u00e4lter und verm\u00f6gender als letztere. Andererseits kommt eine weitere Studie zum Schluss, dass Ende 2015 insgesamt knapp \u00fcber 70 Prozent der 1000-Franken-Noten ausschliesslich f\u00fcr das Horten verwendet wurden. Dieser Anteil stieg zwischen den sp\u00e4ten 1990er Jahren von rund 30 Prozent auf rund 60 Prozent nach der Jahrtausendwende an, um dann nach der Finanzkrise auf \u00fcber 70 Prozent zu steigen.<\/p>\n<p>Folglich muss der Grossteil des 1000-Franken-Notenbestands entweder von (Schweizer) Institutionellen \u2013 d. h. keinen Privatpersonen \u2013 und\/oder im Ausland als Wertaufbewahrungsmittel gehortet sein. F\u00fcr erstere spricht die Tatsache, dass sie dank der Bargeldhortung mithilfe von 1000-Franken-Noten leicht die aktuellen Negativzinsen der SNB umgehen k\u00f6nnen, und f\u00fcr letztere, dass gem\u00e4ss einer Studie im Jahr 1996 rund 77 Prozent des gesamten Schweizer Franken Bestands im Ausland gehalten wurde. Dies wohlwissend, dass die zugrundeliegende W\u00e4hrung l\u00e4ngerfristig im Vergleich \u00fcberaus werterhaltend \u2013 d. h. kaufkraftstabil \u2013 und schliesslich krisenresistent ist.<\/p>\n<p>Zusammenfassend erf\u00fcllt die 1000er-Note also unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr verschiedene Anspruchsgruppen, wobei ihre Rolle als Wertaufbewahrungsmittel im Ausland und f\u00fcr institutionelle Finanzintermedi\u00e4re wohl die gr\u00f6ssten Nachfragetreiber sind. Ihre Neulancierung wirkt dabei bestimmt nur f\u00f6rderlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Picture by <a href=\"https:\/\/www.istockphoto.com\/ch\/foto\/schweizer-franken-banknoten-auf-der-etage-gm461091925-31781298\">sam74100<\/a> on <a href=\"https:\/\/www.istockphoto.com\/ch\/foto\/schweizer-franken-banknoten-auf-der-etage-gm461091925-31781298\">istock<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"6a30248c53c28\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Newsletter Signup<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                                                            <div class=\"mailerlite-form-field\">\n         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Sie ist damit mit Abstand die wertvollste Banknote der Welt, die kommerziell Verwendung findet, und die Nachfrage nach ihr scheint ungebrochen: Seit Ausbruch der Finanzkrise Ende 2007 hat sich ihre Anzahl verdoppelt (so auch knapp diejenige der 200-Franken-St\u00fcckelung). Ende 2018 deckten rund 60 Prozent des Gesamtwertes des Notenumlaufs die Tausendernoten ab. Deren Anteil ist seit Ende 2007 von 4,3 auf 7,4 Prozent des BIP gestiegen, w\u00e4hrend derselbe Anteil der 10er, 20er und 50er-Notenst\u00fcckelungen konstant und derjenige der 100- und 200-Franken-Note um lediglich je 0,5 Prozentpunkte zunahm. 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