{"id":767,"date":"2019-01-10T10:24:01","date_gmt":"2019-01-10T09:24:01","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=767"},"modified":"2019-01-18T13:51:11","modified_gmt":"2019-01-18T12:51:11","slug":"vielfalt-siegt-bessere-entscheide-dank-business-transformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/vielfalt-siegt-bessere-entscheide-dank-business-transformation","title":{"rendered":"Vielfalt siegt &#8211; Bessere Entscheide dank Business Transformation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was ist Business Transformation? Und wieso gewinnt sie an Bedeutung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karolin: <\/strong>Business Transformation bedeutet eine fundamentale Neuausrichtung des Unternehmens. Sie ver\u00e4ndert die Art und Weise, wie Unternehmen und sogar ganze Industrien Wert schaffen und Wert absch\u00f6pfen. Historisch etablierte Unternehmenspraktiken haben in Zeiten der Digitalisierung ein rasches Ablaufdatum. Neue Mitbewerber aus der Start-up Szene oder aus der Tech-Branche sprengen typische Industriegrenzen und intensivieren den Wettbewerb um immer weiter schrumpfende Margen. Kundenprofile und -bed\u00fcrfnisse \u00e4ndern sich rasant. All diese Ver\u00e4nderungen tragen dazu bei, dass Business Transformation heute vor keinem Unternehmen mehr Halt macht. Alle m\u00fcssen sich mit der Frage besch\u00e4ftigen, wie sie nachhaltigen Unternehmenserfolg durch Business Transformation sicherstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Wieso ist Diversit\u00e4t in Unternehmen wichtig?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Patricia: <\/strong>Gemischte Teams treffen durchdachtere Entscheide und sind in der Lage, bessere Ergebnisse f\u00fcr das Unternehmen zu erzielen &#8211; dies belegen unz\u00e4hlige Studien. Wichtige Treiber f\u00fcr mehr Innovation und Zusammenarbeit sind Vielfalt und eine offene Unternehmenskultur. Auch angesichts der demografischen Entwicklung wird Vielfalt zum entscheidenden Faktor. Unternehmen, welche Diversit\u00e4t f\u00f6rdern, erh\u00f6hen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit, bleiben auch k\u00fcnftig attraktive Arbeitgeber, begegnen dem Fachkr\u00e4ftemangel und erh\u00f6hen die Chance auf eine geregelte Nachfolge ihrer Schl\u00fcsselpositionen.<\/p>\n<p><strong>Wie sind die Themen Diversit\u00e4t und Business Transformation miteinander verkn\u00fcpft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karolin: <\/strong>Das Thema Diversit\u00e4t wurde bei der Unternehmensf\u00fchrung historisch vernachl\u00e4ssigt. Heute k\u00f6nnen es sich Unternehmen nicht mehr leisten, Diversit\u00e4t nicht aktiv zu f\u00f6rdern \u2013 denn ihr Erfolg h\u00e4ngt davon ab. Dies wiederum ist der ausschlaggebende Grund f\u00fcr eine Business Transformation. Insofern sind die beiden Themen eng miteinander verkn\u00fcpft<strong>. <\/strong>Wissenschaftlich belegt ist, dass die Gegenwart von Minderheiten (z.B. Frauen) in Gesch\u00e4ftsleitungen positiv mit Performance korreliert. Im Zuge von Business Transformation werden daher bewusst \u00abnicht-traditionelle\u00bb Profile gesucht, die mehr gedankliche und Skills-basierte Vielfalt ins Unternehmen bringen.<\/p>\n<p><strong>Der Frauenanteil in Schweizer Unternehmen im oberen und obersten Kader liegt gerade einmal bei 6 Prozent. Sehen Sie Chancen, dass sich dies in n\u00e4chster Zeit \u00e4ndern k\u00f6nnte?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Patricia: <\/strong>In den unteren F\u00fchrungsstufen ist der Anteil an Frauen auf 30% gestiegen \u2013 ein positives Signal. Im mittleren Management liegt der Wert noch bei 22%. Die Pipeline f\u00fcllt sich zunehmend mit weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften. Mit Blick auf die Altersstruktur von bestehenden F\u00fchrungsgremien ist dies eine Chance f\u00fcr Frauen nachzur\u00fccken. Denn in den n\u00e4chsten Jahren treten rund 40% der m\u00e4nnlichen F\u00fchrungskr\u00e4fte in den Ruhestand. Es gilt also, angehende weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte jetzt zu f\u00f6rdern. Wichtig ist, dass sich die Unternehmenskultur in den Firmen weiterentwickelt und die Prozesse in Bezug auf Leistungsmessung und Bef\u00f6rderung analysiert sowie angepasst werden. Nur so k\u00f6nnen diese Ziele erreicht werden.<\/p>\n<p><strong>Was sind Erfolgsgeschichten aus der Praxis?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karolin: <\/strong>Eine Vorzeigegeschichte einer Transformation hin zu mehr Diversit\u00e4t ist Sodexo Nordamerika. Bereits im Jahr 2001 priorisierte das Unternehmen das Thema Diversit\u00e4t auf seiner Agenda. Die ausgearbeitete Diversit\u00e4tsstrategie war Teil einer gr\u00f6sseren Transformation des Unternehmens. Viele HR Prozesse wurden angepasst, um Diversit\u00e4tsanliegen zu f\u00f6rdern. Der Funke sprang auf den Sodexo Mutterkonzern \u00fcber. Das Unternehmen entwarf einen klaren Katalog von Diversit\u00e4tspriorit\u00e4ten entlang von f\u00fcnf Dimensionen: Geschlecht, Ethnie, sexuelle Orientierung, Behinderungen und Alter. Was als Business Transformation begann, wurde zu einer Diversity Transformation \u2013 und zwar zu solchem Ausmass, dass Sodexo heute noch als Vorzeigeunternehmen f\u00fcr Diversit\u00e4t steht.<\/p>\n<p><strong>Was raten Sie Unternehmen, in diesem Prozess und welche Unterst\u00fctzung bieten Sie konkret an?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Patricia:<\/strong> Der Weg hin zu Diversit\u00e4t oder einem h\u00f6heren Frauenanteil ist ein steter Prozess. Einerseits kann bei Grossunternehmen der gesamte HR-Prozess analysiert werden (z.B. wie werden Stellenausschreibungen gestaltet, wie ist der Anteil Frauen\/M\u00e4nner in den verschiedenen Hierarchiestufen etc.). Diese Analyse bietet die Universit\u00e4t St.Gallen an. Mit unserem <a href=\"http:\/\/www.es.unisg.ch\/wbb\">\u00abWomen Back to Business\u00bb-Programm<\/a> schaffen wir zudem eine Br\u00fccke zwischen den Frauen und den Unternehmen. Wir geben Frauen in diesem Weiterbildungslehrgang das Management-R\u00fcstzeug mit auf den Weg.<\/p>\n<p><strong>Karolin:<\/strong> Eine Transformation muss zum einen von der Spitze des Unternehmens angetrieben werden. Dies ist als Signalwirkung im Zuge einer Business Transformation und im Hinblick auf Diversit\u00e4tsf\u00f6rderung unerl\u00e4sslich. Gleichzeitig muss aber auch das mittlere Management durch konkrete Handlungen und Aktivit\u00e4ten die Ver\u00e4nderung vorantreiben. So sind zum Beispiel kleine Projektteams, die an innovativen Gesch\u00e4ftsmodellen arbeiten, sehr wirkungsvoll, um Transformation zu realisieren. In unserem <a href=\"http:\/\/www.emba.unisg.ch\">Executive MBA Programm<\/a> an der Universit\u00e4t St. Gallen<a href=\"http:\/\/www.emba.unisg.ch\"> (EMBA HSG)<\/a> lernen die Teilnehmer, warum eine Transformation so wichtig ist, wie man sie angeht und wie man sie erfolgreich durchf\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus lernen sie kritisches Denken, Kreativit\u00e4t und integriertes Denken, da dies die Basis f\u00fcr Diversit\u00e4t im Unternehmen und f\u00fcr eine erfolgreiche Transformation in einer VUCA Welt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Kurzportr\u00e4t Karolin Frankenberger<\/b><b><\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_769\" aria-describedby=\"caption-attachment-769\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img class=\" wp-image-769\" src=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger.jpg 6005w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger-300x200.jpg 300w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger-768x512.jpg 768w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger-1800x1200.jpg 1800w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger-240x160.jpg 240w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Karolin-Frankenberger-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 230px) 85vw, 230px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-769\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Karolin Frankenberger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Prof. Dr. Karolin Frankenberger ist ordentliche Professorin und Direktorin am Institut f\u00fcr Betriebswirtschaft an der Universit\u00e4t St. Gallen. Zudem ist sie akademische Direktorin des Executive MBAs an der Executive School der Universit\u00e4t St. Gallen. Vor ihrer akademischen Karriere arbeitete Frankenberger mehrere Jahre als Beraterin bei McKinsey &amp; Company. Sie promovierte 2004 am Institut f\u00fcr Betriebswirtschaft an der Universit\u00e4t St. Gallen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gesch\u00e4ftsmodellinnovation, Business Transformation, Ecosysteme und Sustainability. Ihr Buch, \u00abGesch\u00e4ftsmodelle entwickeln&#8220;, wurde in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt und gilt als Standardwerk in der Literatur zum Thema Gesch\u00e4ftsmodellinnovationen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.es.unisg.ch\/de\/emba\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-auth=\"NotApplicable\">www.es.unisg.ch\/de\/emba<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Kurzportr\u00e4t Patricia Widmer<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_770\" aria-describedby=\"caption-attachment-770\" style=\"width: 165px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img class=\" wp-image-770\" src=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer.jpg 2640w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer-200x300.jpg 200w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer-768x1152.jpg 768w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer-1800x2700.jpg 1800w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer-240x360.jpg 240w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Patricia-Widmer-1200x1800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 165px) 85vw, 165px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-770\" class=\"wp-caption-text\">Patricia Widmer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Patricia Widmer hat an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Banking und Finance studiert. Sie arbeitete mehrere Jahre in einer Schweizer Grossbank im Private Banking. W\u00e4hrend einem mehrj\u00e4hrigen Auslandsaufenthalt mit ihrer Familie in den USA und in Deutschland arbeitete sie in verantwortungsvollen Positionen bei verschiedenen wohlt\u00e4tigen Organisationen. Seit Oktober 2014 ist sie f\u00fcr die Universit\u00e4t St. Gallen t\u00e4tig, wo sie den Englischen Studiengang des Zertifikatskurses &#8222;Women Back to Business&#8220; aufbaute und seit 2016 Programmleiterin beider Programme (Deutsch und Englisch) ist. Sie doktoriert zurzeit zum Thema Diversity Management, Unconscious Bias und Stereotypen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.es.unisg.ch\/de\/programme\/women-back-business\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-auth=\"NotApplicable\">www.es.unisg.ch\/de\/programme\/women-back-business<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"6a1b61c2a368b\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Newsletter Signup<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                                                            <div class=\"mailerlite-form-field\">\n                                    <label 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