{"id":733,"date":"2018-11-12T11:12:28","date_gmt":"2018-11-12T10:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=733"},"modified":"2018-11-22T10:12:17","modified_gmt":"2018-11-22T09:12:17","slug":"mobile-payment-beguenstigt-verschuldung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/mobile-payment-beguenstigt-verschuldung","title":{"rendered":"\u00abMobile payment\u00bb beg\u00fcnstigt Verschuldung"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Grundlage der verhaltens\u00f6konomischen Forschung in Zusammenhang mit Bezahlverfahren an einem station\u00e4ren und virtuellen Verkaufspunkt lassen sich die g\u00e4ngigsten Zahlungsmittel nach ihrer Schuldeninzidenz rangieren und bewerten. Der Grad des Schuldenmachens mit Zahlungsmitteln basiert dabei haupts\u00e4chlich auf den theoretischen Konzepten der Transparenz, des \u00abSchmerz des Bezahlens\u00bb und der Verkn\u00fcpfung der Zahlung mit dem Konsum. Es gilt folgender Zusammenhang: Je h\u00f6her die Transparenz der Zahlung, je h\u00f6her der \u00abSchmerz des Bezahlens\u00bb und je offensichtlicher die Verkn\u00fcpfung der Zahlung mit dem Konsum, desto tiefer die Ausgaben und desto niedriger die Wahrscheinlichkeit der Ver- und \u00dcberschuldung. Diese Zusammenh\u00e4nge lassen sich teilweise auch empirisch belegen. Die bekanntesten Zahlungsmethoden an der Verkaufsstelle lassen sich anhand der Schuldeninzidenz \u2013 beginnend beim h\u00f6chsten Grad \u2013 wie folgt rangieren: 1) Mobile payment, 2) Kreditkarte, 3) Debitkarte, 4) Prepaidkarte, 5) Geschenkkarte\/Gutschein und 6) Bargeld.<\/p>\n<p>Mobile payment umfasst an dieser Stelle sowohl Distanz- als auch Pr\u00e4senzzahlungen, wobei dieser Art des Bezahlens vielfach herk\u00f6mmliche Zahlungsmittel wie Debit- und Kreditkarten, aber auch \u00dcberweisungen als Zahlungsoptionen zugrunde liegen. Das Mobiltelefon dient hierbei vor allem als Schnittstelle zur Autorisierung, Initiierung und Best\u00e4tigung der Transaktion. Meistens bietet es einen neuen Zugangskanal zu klassischen Zahlungsmethoden denn ein innovatives Bezahlverfahren. Die drei oben erw\u00e4hnten Bewertungskriterien Transparenz der Zahlung, Schmerz des Bezahlens und Verkn\u00fcpfung der Zahlung mit dem Konsum sind bei mobile-payment-Bezahlverfahren am tiefsten einzustufen, insbesondere das mobile Distanzgesch\u00e4ft gilt als besonders schuldenf\u00f6rdernd, weil es die Zahlung und das Produkt im Gegensatz zu den restlichen Zahlungsmitteln am st\u00e4rksten voneinander separiert, dies zus\u00e4tzlich zur tiefen Transparenz der Zahlung und zum niedrigen \u00abSchmerz des Bezahlens\u00bb. Dies umso mehr, wenn das zugrundeliegende Bezahlverfahren kreditbasiert ist, d.h. wenn beispielsweise mittels Kreditkarte oder Rechnung bezahlt wird.<\/p>\n<p>Die Kreditkarte rangiert an zweiter Stelle der Schuldeninzidenzrangliste, wobei kontaktlose Karten st\u00e4rker zum Schuldenmachen animieren als solche ohne Konaktlos-Funktion. Dies gilt auch f\u00fcr kontaktlose Debitkarten, welche gem\u00e4ss Schuldeninzidenz an dritter Stelle rangieren. Die Verkn\u00fcpfung der Zahlung mit dem Kauf ist bei Debitkarten st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als bei Kreditkarten, da der Betrag direkt vom Konto abgebucht wird, sofern \u00fcberhaupt gen\u00fcgend finanzielle Mittel vorhanden sind. Das mindert bzw. verhindert das Schuldenmachen zus\u00e4tzlich.<br \/>\nGenerell ist der Grad der Transparenz einer Zahlung bei allen Zahlungskarten ungef\u00e4hr \u00e4hnlich hoch einzustufen, w\u00e4hrend der \u00abSchmerz des Bezahlens\u00bb variieren kann. Beispielsweise werden bei der Prepaid- und der Geschenkkarte die Konsumausgaben vorg\u00e4ngig finanziert, was die Wahrscheinlichkeit der Ver- und \u00dcberschuldung verringert. Die Geschenkkarte bzw. der Gutschein weist eine h\u00f6here Transparenz der Zahlung auf als die Prepaidkarte, weil vielfach das zum Kauf vorgesehene Produkt und der Betrag bei der Geschenkkarte im Voraus definiert sind. Dadurch existiert eine starke Verkn\u00fcpfung zwischen Kauf und Bezahlung, was die Geschenkkarte bzw. den Gutschein in der Schuldeninzidenzrangliste nach der Prepaidkarte fungieren l\u00e4sst. Bargeld rangiert hinsichtlich Schuldeninzidenz gem\u00e4ss den drei Bewertungskriterien an unterster Stelle, weil es eine optimale Ausgaben- und Budgetkontrolle erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Der vollst\u00e4ndige Artikel ist erschienen als<\/em> Tr\u00fctsch T. (2019) <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-658-23934-3_13\">Schuldenpr\u00e4vention in einer bargeldlosen Gesellschaft<\/a>. In: Mattes C., Kn\u00f6pfel C. (eds) <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-658-23934-3\">Armutsbek\u00e4mpfung durch Schuldenpr\u00e4vention.<\/a> Springer VS, Wiesbaden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Picture by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@jonasleupe\">Jonas Leupe<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/\">Unsplash<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"6a30240b8f39b\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Newsletter Signup<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                                                            <div class=\"mailerlite-form-field\">\n                                    <label 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