{"id":624,"date":"2018-07-19T09:52:29","date_gmt":"2018-07-19T07:52:29","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=624"},"modified":"2019-04-15T13:36:18","modified_gmt":"2019-04-15T11:36:18","slug":"message-from-a-digital-native","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/message-from-a-digital-native","title":{"rendered":"Message from a Digital Native"},"content":{"rendered":"<p>In meinem letzten Beitrag zum Thema \u00abDigital Native\u00bb spornte ich junge Juristen an, sich f\u00fcr Information Technology zu interessieren, sich etwas zu trauen und sich diesbez\u00fcglich weiterzubilden. Doch grosse T\u00f6ne spucken kann jeder. Deshalb habe ich mir meinen eigenen Ratschlag zu Herzen genommen und mich zu einem Programmier-Kurs f\u00fcr Einsteiger angemeldet. Mein Ziel war es, mir Basiswissen \u00fcber Coding, Programmiersprachen und die dazu ben\u00f6tigte Software anzueignen. Was folgt, ist ein kurzer Erfahrungsbericht.<\/p>\n<p>Etwas nerv\u00f6s und unwissend, was mich gleich erwartet, sass ich dann eines Mittwochabends vor dem mir zugewiesenen Computer im Schulzimmer. Nach und nach liessen sich auch anderen Sch\u00fcler hinter ihren Bildschirmen nieder und starrten tippend in ihr Handy. Auch der Brille tragende Lehrer schwieg und starrte in seinen Computer. Er verk\u00f6rperte einige in meinem Unterbewusstsein verankerte Klischees \u00fcber Informatiker, was mich innerlich schmunzeln liess. Gl\u00fccklicherweise platze kurz vor Unterrichtsbeginn eine weitere Frau in den Raum und brach das Eis, indem sie lauthals fragte, ob denn der Platz neben mir noch frei sei. Nun konnten wir beginnen, alles gelassener zu nehmen.<\/p>\n  \n  <div class=\"box right courses\">\n          <div class=\"course clickable\">\n        <h5>Executive School Studiengang:<\/h5>\n        <div class=\"terms\">\n          Law &amp; Management<br>        <\/div>\n\n        <h4>\n          <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/module\/kundenorientierung-business-development\">Kundenorientierung & Business Development<\/a>        <\/h4>\n\n        <div class=\"description\">\n          Wieso ist eine Kundenorientierung bzw. \u2013zentrierung relevant? Wie kann ein Dienstleister konsequent auf die Bed\u00fcrfnisse des Marktes und der Kunden ausgerichtet werden? Welche Spezialit\u00e4ten sind f\u00fcr Rechtsdienstleister zu beachten?        <\/div>\n      \n      <\/div>\n        <\/div>\n  \n<p>Um punkt 18 Uhr begr\u00fcsste uns der Lehrer in seinem sympathischen \u00f6sterreichischen Dialekt und erl\u00e4uterte, wie er zu seinem Beruf und zum Programmieren kam. Ausserdem h\u00e4ndigte er uns zwar ein Skript aus, meinte jedoch dazu, dass wir es nicht befolgen w\u00fcrden, da die darin enthaltenen theoretischen Abhandlungen kaum praxisorientiert seien. Wir sollten das alles \u2013 damit meinte er das Programmieren \u2013 am besten gleich selber ausprobieren \u2013 learning by doing. Und schon ging es los.<\/p>\n<p>Hansj\u00f6rg \u2013 so hiess unser Lehrer \u2013 sass wieder an seinem Computer, tippte flink auf die Tasten und kommentierte seine Anweisungen. Der hatte ja Nerven! Auch alle anderen waren etwas \u00fcberfordert und versuchten irgendwie schrittzuhalten.<\/p>\n<p>Im Excel lernten wir als allererstes, eine Message-Box (\u00abmsgbox\u00bb) zu programmieren. Das klingt schwieriger als es ist, denn wir gaben dem Programm lediglich die Anweisung, ein neues kleines Fester zu \u00f6ffnen und den Text \u00abHallo\u00bb darauf abzubilden. Mit dem \u00abOK\u00bb Knopf konnte man das Fenster dann wieder schliessen. Obwohl das nicht allzu herausfordernd war, waren wir fasziniert, und angetrieben durch den geweckten Spieltrieb \u00f6ffneten wir mehrere Fenster mit unterschiedlichen Texten.<\/p>\n<p>Die Sprache, in welcher wir dem Excel nun die Anweisungen gaben, hiess VBA, erkl\u00e4rte Hansj\u00f6rg beil\u00e4ufig, und er begann mit einer kleinen Theorielektion. Die Programmiersprache dient der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Es gibt hunderte verschiedene Programmiersprachen, welche sich darin unterscheiden, wie nahe sie am Maschinencode (0 und 1) sind. Die Sprache am n\u00e4chsten bei der Maschinensprache heisst Assembler und ist damit auch die schwierigste Programmiersprache. Darauf folgen verschiedene mehr oder weniger bekannte Sprachen wie C, C+, C#, Java, JavaScript, VBA etc. Der Computer kennt aber dennoch nur die Werte 0 und 1, weshalb wir f\u00fcr jede Sprache ein Schreibprogramm ben\u00f6tigen, das den von uns geschriebenen Quellcode f\u00fcr die Maschine wiederum in 0 und 1 (Maschinencode) umwandelt.<\/p>\n<p>Nach einigen weiteren Ausf\u00fchrungen dar\u00fcber, welche Sprache sich f\u00fcr welche Aktivit\u00e4t eignet \u2013 bspw. eignet sich Java f\u00fcr das Programmieren einer Website \u2013 setzte sich Hansj\u00f6rg wieder an seinen Computer. Nun ging es darum, ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Sprache zu entwickeln. Wie bei jeder fremden Sprache muss man sich zun\u00e4chst ein Vokabular und etwas Grammatik aneignen, um einen Satz \u2013 oder in unserem Fall eine Anweisung \u2013 formulieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben Zahlen- bzw. Wertebereichen, Datentypen oder Operatoren lernten wir auch konkrete Anweisungen kennen, wie bspw. die oben genannte Message-Box. Oftmals haben wir auch Variablen vor der Anweisung definiert, welche dann in der Anweisung verwendet wurden. Dies f\u00fchrt dazu, dass Texte k\u00fcrzer und kompakter werden. Ausserdem ist es sehr wichtig, dass sich keine Schreibfehler einschleichen, und besonders dieser Punkt bereitete uns grosse M\u00fche! Abgesehen davon, dass wir die Sprache nur teilweise verstanden und die W\u00f6rter und Wortabfolgen wenig Sinn ergaben, hatten auch Satzzeichen eine enorme Bedeutung. Ein Komma, Strichpunkt oder Anf\u00fchrungszeichen zu wenig, und die Quittung wurde von der Maschine umgehend pr\u00e4sentiert: ERROR.<\/p>\n<p>Mit der Zeit begannen wir aber, die Fehler selber zu erkennen, ohne dass Hansj\u00f6rg sich jeden unserer einzelnen Bildschirme einzeln vornehmen musste. Es half auch, dass unser Schreibprogramm eine Art Rechtschreibpr\u00fcfung hatte und man die Stellen, mit denen das Programm nicht einverstanden war, nochmals kontrollieren konnte. Die Maschine kontrollierte im Ergebnis also den Anweiser, dass er der Maschine auch richtige Anweisungen gibt!<\/p>\n<p>Der Kurs war am Anfang nicht ganz einfach und auch etwas frustrierend. Aber je l\u00e4nger wir uns damit besch\u00e4ftigten, desto mehr Freude kam auf. Insbesondere, als es darum ging, Entscheidungen zu programmieren. Es ging darum, eine Abh\u00e4ngigkeit zwischen dem Wetter und unserer bevorzugten Freizeitaktivit\u00e4t zu kreieren. War das Wetter schlecht, entschied sich das Programm dazu, zu Hause zu bleiben. War das Wetter hingegen gut, entschied sich das Programm dazu, wandern zu gehen. Je nachdem, welche Wetterbedingungen wir dem Programm als Input gaben, kam etwas anderes raus.<\/p>\n<p>Diese if \/ then \/ else \/ and \/ or \/ not Entscheidungen konnten wir beliebig ausdehnen und auch alternative Aktivit\u00e4ten empfehlen. So programmierten wir bspw. \u00abif (Alkoholpegel &lt; Grenzwert) = Sie d\u00fcrfen Autofahren; else = Sie m\u00fcssen ein Taxi rufen\u00bb.<\/p>\n<p>Diese Beispiele scheinen simpel. Doch weil wir sie selber programmiert haben, die Anweisung vom Input zum Output f\u00fchrte und es auch richtig funktionierte, hatten wir alle einen riesen Spass. Und obwohl ich nun immer noch kein App oder \u00c4hnliches selber programmieren kann, verstehe ich jetzt zumindest die Grundprinzipien der Sprachen VBA und JavaScript. Ausserdem habe ich die Ber\u00fchrungsangst verloren, obwohl ich nat\u00fcrlich erst ganz am Anfang stehe und noch viele Vokabeln lernen muss.<\/p>\n<p>Abschliessend komme ich zum Ergebnis, dass ich diesen Kurs jederzeit wieder besuchen w\u00fcrde und jedem dasselbe empfehlen kann. Man lernt in gewisser Weise, was \u00abhinter der B\u00fchne\u00bb passiert und wie der Computer, den man jeden Tag ausgiebig nutzt, im Grundsatz funktioniert. Selbstverst\u00e4ndlich werde ich nie zur professionellen Programmiererin mutieren, aber erstaunlicherweise macht es mir Spass, etwas so ganz Anderes zu erlernen. Ich bin weiterhin nicht der Ansicht, dass Juristen programmieren k\u00f6nnen m\u00fcssen, aber ein Grundverst\u00e4ndnis wird vorausgesetzt. In der Zwischenzeit habe ich ausserdem einen einw\u00f6chigen Machine-Learning-Kurs an der Universit\u00e4t St. Gallen besucht, in welchem wir von Spamfiltern bis zu Erkennungssystemen f\u00fcr giftige Pilze selber Modelle programmiert haben. Dazu aber mehr in meinem n\u00e4chsten Beitrag \u2013 \u00abI\u2019ll keep you posted!\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Photo by<a href=\"http:\/\/fr.fanpop.com\/clubs\/hi-tech\/images\/37974654\/title\/hi-tech-light-fibres-wallpaper\"> fanpop<\/a><\/em><\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"6a2db4f70d0ad\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Newsletter Signup<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                                                            <div class=\"mailerlite-form-field\">\n                                    <label for=\"mailerlite-1-field-email\">Email<\/label>\n                                    <input 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