{"id":532,"date":"2018-04-12T15:07:58","date_gmt":"2018-04-12T13:07:58","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=532"},"modified":"2018-05-18T15:34:32","modified_gmt":"2018-05-18T13:34:32","slug":"haben-sie-schon-mal-markt-gemalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/haben-sie-schon-mal-markt-gemalt","title":{"rendered":"Haben Sie schon mal &#8222;Markt&#8220; gemalt?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung\">Econvillage100 hat sich zu einer Marktwirtschaft <\/a><a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung\">entwickelt<\/a><a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung\">.<\/a> Bleiben wir kurz bei dem Bild eines stark schwankenden Aktienkurses, was immer herhalten muss, wenn bei der Tagessschau im Fernsehen \u00fcber (turbulente) Marktentwicklungen berichtet wird. Ein Aktienkurs bildet einen PREIS f\u00fcr eine Aktie \u00fcber die Zeit ab. Zwei wichtige Eigenschaften weisen diese Preise auf, die allgemein in M\u00e4rkten gelten: Sie schwanken \u00fcber kurz oder lang und sie sind beobachtbar. Wie stark der Preis eines Gutes schwankt und in welchem Zeitraum diese Schwankungen stattfinden, ist abh\u00e4ngig von der Art des Produkts, ob es an der B\u00f6rse gehandelt wird oder nicht, etc. Ein \u00d6lpreis weist oft \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum einen einigermassen konstanten Wert auf. Dann steigt oder sinkt er &#8211; mal schnell, mal langsamer -, um sich dann wieder auf einen konstanten Weltmarkpreis einzupendeln. Ganz langfristig ist er von 5$\/Barrel (1970) bis \u00fcber 100$\/Barrel (2011 &amp; 2012) gestiegen. Seit 2015 liegt er um die 50$\/Barrel.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind nicht alle Preise transparent oder beobachtbar, wenn man z.B. an Arbeitsvertr\u00e4ge denkt. Und trotzdem wissen wir, was durchschnittlich ein Programmierer verdient oder wie hoch ein Bestechungsgeld in bestimmten L\u00e4ndern sein muss, um z.B. vom Arzt sofort behandelt zu werden. Das Bewerten in, das Beobachten von, das Wissen um die Preise und das Ausrichten seines wirtschaftlichen Verhaltens an die Preise ist entscheidend f\u00fcr das Funktionieren von M\u00e4rkten. Jedes (freiwillige) \u00f6konomische Gesch\u00e4ft wird \u00fcber Preise geregelt und diese Tatsache wird sicher in unserer Illustration zu finden sein.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich funktionieren M\u00e4rkte am besten, wenn es viele Produzenten und viele Konsumenten gibt, d.h. niemand Marktmacht aus\u00fcben und jeder frei entscheiden kann, ob er am Markt Gesch\u00e4fte t\u00e4tigt oder nicht. Entsteht nun vor Ihren Augen ein Bild zu <em>M\u00e4rkten<\/em>? Wir machen Ihnen folgenden Vorschlag in Abbildung 1:<\/p>\n<p><img class=\"alignnone wp-image-513\" src=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt.png\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt.png 1280w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt-300x169.png 300w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt-768x432.png 768w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt-240x135.png 240w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/markt-1200x675.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/p>\n<h6>Abbildung 1: Illustration von Markt<\/h6>\n<p>In der Abbildung sieht man viele Menschen, die an einem Markt teilnehmen. Die mit dem dickeren Bauch stellen Produzenten\/Anbieter dar, die mit den Kappen Arbeiter\/Nachfrager\/Konsumenten. Sie machen untereinander Gesch\u00e4fte ab \u2013 sei es der Kauf eines Schokoriegels, die Miete einer Wohnung oder der Handel an den B\u00f6rsen. Jedes abgeschlossene Gesch\u00e4ft, dargestellt mit einer Verbindung und einem Handschlag, tr\u00e4gt ein sichtbares Preisschild f\u00fcr alle. Diese Gesch\u00e4fte ergeben ein dichtes Netz zwischen den vielen Marktteilnehmern. Dabei kann jeder im Rahmen seine M\u00f6glichkeiten frei und selbst entscheiden, welche Gesch\u00e4fte er t\u00e4tigt und welche nicht. Die beobachtbaren Preise geben eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe. Es werden die Gesch\u00e4fte abgeschlossen, die die gr\u00f6sste Freude bereiten bzw. aus Unternehmersicht, den gr\u00f6ssten Gewinn versprechen. Das wird mit den \u00abIch\u00bb- und \u00abMaximierungs\u00bb-Denkblasen illustriert.<\/p>\n<p>Und wer oder was organisiert das Ganze? Sehen Sie &#8222;etwas&#8220; in der Mitte? Nein. Die Organisation \u00fcber <em>Markt<\/em> funktioniert eben so gut, weil sehr viele Menschen daran teilnehmen k\u00f6nnen, ohne dass eine zentrale Organisation vonn\u00f6ten w\u00e4re. M\u00e4rkte setzen Anreize, st\u00e4ndig (neu) \u00fcber die Preise der Gesch\u00e4fte zu verhandeln. In den meisten F\u00e4llen ist das kein aktives Handeln wie auf einem orientalischen Basar (oder haben Sie schon mal versucht, den Preis eines Schokoriegels mit der Kassierin zu verhandeln?), sondern auch schon die Entscheidung etwas NICHT zu kaufen, lenkt die Wirtschaft. Nat\u00fcrlich nur dann, wenn daraus viele Nicht-K\u00e4ufer werden: Die Produzenten m\u00fcssen dann irgendwann ihre Preise oder Mengen anpassen oder anerkennen, dass ihr Produkt nicht mehr auf dem Markt ben\u00f6tigt wird. Im Preis steckt also irgendwie das Verhalten aller Nachfrager und Anbieter. Somit gibt es eine Verbindung der individuellen (Nicht-)Kaufentscheidung, die sich an einem Preis orientiert, zu allen anderen Marktteilnehmern.<\/p>\n<p>Das fasste der erste ber\u00fchmte \u00d6konom Adam Smith Ende des 18. Jhd. unter dem <em>Wirken der unsichtbaren Hand<\/em> zusammen. Wenn sie nicht unsichtbar w\u00e4re, h\u00e4tte sie in unserer Illustration von Markt in der Mitte die F\u00e4den des Netzes in der Hand. Und jetzt wird auch irgendwie klar, dass M\u00e4rkte unheimlich sein k\u00f6nnen, wenn sie mal wieder \u00abspinnen\u00bb: Es ist dann per se kein Schuldiger auszumachen. Da ist \u00abnur\u00bb ein Netz mit vielen Preisschildern.<\/p>\n<p>Hier finden Sie <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/was-wir-aus-dem-schlaraffenland-ueber-oekonomie-lernen\">Teil I<\/a>,<a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/die-geschichte-von-econvillage-und-econvillage100\"> Teil II<\/a> und <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung\">Teil III<\/a> dieser Serie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Econvillage100 hat sich zu einer Marktwirtschaft entwickelt. Bleiben wir kurz bei dem Bild eines stark schwankenden Aktienkurses, was immer herhalten muss, wenn bei der Tagessschau im Fernsehen \u00fcber (turbulente) Marktentwicklungen berichtet wird. Ein Aktienkurs bildet einen PREIS f\u00fcr eine Aktie \u00fcber die Zeit ab. Zwei wichtige Eigenschaften weisen diese Preise auf, die allgemein in M\u00e4rkten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":533,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false},"categories":[13],"tags":[],"acf":{"excerpt":"<p>Vierter und letzter Teil der Geschichte um Econvillage100. Co-Autorin: Dr. Carolin G\u00fcssow<br \/>\nM\u00e4rkte sind allgegenw\u00e4rtig. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht etwas kaufen (und damit jemand verkauft). Wir erf\u00fcllen jeden Tag ein Arbeitsverh\u00e4ltnis und verdienen Geld. Ziemlich unspektakul\u00e4r ereignen sich so t\u00e4glich Abermillionen von Gesch\u00e4ften. Haben Sie sich schon mal \u00fcberlegt, wie Sie \u00abMarkt\u00bb MALEN w\u00fcrden und zwar mit einem Bild, das \u00fcber sch\u00fcttelnde H\u00e4nde, Marktst\u00e4nde, einen B\u00f6rsenplatz oder einen Verlauf eines Aktienkurses hinausgeht?<\/p>\n","school":false},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532"}],"collection":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=532"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/533"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}