{"id":531,"date":"2018-04-12T15:06:34","date_gmt":"2018-04-12T13:06:34","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=531"},"modified":"2018-06-13T17:33:15","modified_gmt":"2018-06-13T15:33:15","slug":"das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-anonyme-niemandssystem-von-econvillage100-und-seine-entwicklung","title":{"rendered":"Das anonyme Niemandssystem von Econvillage100 und seine Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Die Bewohner von Econvillage100 haben also beschlossen, <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/die-geschichte-von-econvillage-und-econvillage100\">dass es keinen Zentralplaner mehr geben soll<\/a>. Niemand soll f\u00fcr ihre wirtschaftliche Organisation verantwortlich sein, denn nur dann sind sie unabh\u00e4ngig von einem inkompetenten, gierigen Zentralplaner.<\/p>\n<p>Wie kann das funktionieren? Es kann nur dann funktionieren, wenn jeder pers\u00f6nlich f\u00fcr sich oder etwas (\u00f6konomisch) verantwortlich gemacht wird. Wirtschaftliche Entscheidungen wie z.B. \u00fcber Arbeitseinsatz m\u00fcssen sich also ganz direkt auf die Erf\u00fcllung der eigenen Bed\u00fcrfnisse wie die Menge an Essen auswirken. Jeder hat andere W\u00fcnsche und genau diese sollen am besten aus eigener Kraft erf\u00fcllt werden. Und nat\u00fcrlich muss dabei sichergestellt werden, dass die Fr\u00fcchte jedermanns Arbeit nicht einfach geklaut werden k\u00f6nnen. Dann ist die Motivation, sich wirtschaftlich einzubringen am gr\u00f6ssten. Wie kann das erreicht werden?<\/p>\n<p>Nach langwierigen Diskussionen entschieden die Econvillager100, dass das am besten erreicht wird, wenn jeder etwas besitzt, \u00fcber das er frei verf\u00fcgen kann. Dann wird sich jeder um seinen Besitz k\u00fcmmern und ihn so einsetzen, dass seine W\u00fcnsche am besten befriedigt werden. Die Econvillager benutzen also ein Losverfahren, welches den fruchtbaren Boden inkl. der Pflanzen verteilt. Diejenigen, die leer ausgehen, bekommen die einzigen Sensen und andere Werkzeuge zur Bearbeitung von Feldern. Es gibt nun Boden- und Sensenbesitzer. Keine Gruppe schafft es, ohne die andere zu \u00fcberleben. Dieses heisst nun Econville. Wie organisieren sich die Menschen in Econville?<\/p>\n<p><img class=\"alignnone wp-image-533\" src=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville-300x169.jpg 300w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville-768x432.jpg 768w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville-240x135.jpg 240w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/econville.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Sie erkennen sicher m\u00fchelos, dass die Antwort auf eine Marktl\u00f6sung hinausl\u00e4uft. Sie entspricht einer Situation, die unserer Realit\u00e4t am n\u00e4chsten ist. Die Bodenbesitzer werden die Sensenbesitzer anstellen, um auf ihren Feldern zu arbeiten. Da es kein Geld gibt, wird alles in Nahrung abgegolten. Nahrung wird untereinander so getauscht, dass die individuellen Bed\u00fcrfnisse am ehesten befriedigt werden. Das ist sicher erfolgsversprechender als die Verteilung durch einen Zentralplaner, der alle individuellen Bed\u00fcrfnisse gar nicht kennen kann.<\/p>\n<p>Wichtig ist folgender Punkt: Mit der Einf\u00fchrung von Privateigentumund der freien Verf\u00fcgung \u00fcber die eigene Ausstattung, entsteht der Anreiz, die Gewinne in Form von Essen oder auch Freizeit zu optimieren, denn etwaige selbst erwirtschaftete Profite geh\u00f6ren einem ebenfalls selbst. Aus der Einf\u00fchrung von Privateigentum folgt quasi automatisch die Organisationsform <em>Markt.<\/em><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das eine phantastische Welt, Gibt es vielleicht doch mal Probleme, m\u00fcssen Eigentumsfragen schnell, einfach und verl\u00e4sslich gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Auf \u201e\u00f6konomisch\u201c muss also eine funktionierende Eigentumsordnung inkl. einer (leichten) Durchsetzbarkeit von Vertr\u00e4gen vorliegen \u2013 sonst gibt es keine Marktl\u00f6sung. In Econville haben sie deswegen ein perfektes Rechtssystem etabliert, was Eigentums- und Vertragsverst\u00f6sse sofort zu geringen Kosten korrigiert. Sie sehen also, dass wirtschaftliche Aktivit\u00e4t nie komplett unabh\u00e4ngig von anderen Institutionen wie beispielsweise derjenigen eines Rechtssystems ist.<\/p>\n<p>Was \u201eniemand\u201c in einem Markt bedeutet, wie der Markt illustriert werden kann und was Preise f\u00fcr eine Rolle spielen, <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=532&amp;preview=true\">finden Sie im n\u00e4chsten Blogbeitrag \u00abEconomics\u00bb<\/a>. \u00dcberlegen Sie sich doch bereits, wie Sie \u201eMarkt\u201c malen w\u00fcrden\u2026.<\/p>\n<p>Hier finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/was-wir-aus-dem-schlaraffenland-ueber-oekonomie-lernen\">Teil I<\/a><a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/die-geschichte-von-econvillage-und-econvillage100\">, Teil II,<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/haben-sie-schon-mal-markt-gemalt\">Teil IV<\/a> dieser Serie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Bild: Corinne Bromundt<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_2\" data-temp-id=\"69ff108a54335\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Don't miss our updates<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><p>Don't miss our updates - 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