{"id":431,"date":"2018-01-31T11:15:07","date_gmt":"2018-01-31T10:15:07","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=431"},"modified":"2018-01-31T11:16:14","modified_gmt":"2018-01-31T10:16:14","slug":"wiedereinsteigerinnen-ein-ungenutztes-potential","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wiedereinsteigerinnen-ein-ungenutztes-potential","title":{"rendered":"Wiedereinsteigerinnen \u2013 ein ungenutztes Potential"},"content":{"rendered":"<p>Der Wiedereinstieg gelingt aber vielen Frauen nicht so schnell oder einfach, wie sie erwartet haben. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig. In manchen Branchen mangelt es an ausgeschriebenen Teilzeitstellen f\u00fcr gut qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte. Oft bleibt einer Frau nichts anders \u00fcbrig, als sich mit einer Stelle ausserhalb ihres erlernten Berufes oder unter ihren Qualifikationen zu begn\u00fcgen. Falls die Kinderbetreuung nicht innerhalb der Familie oder im Freundeskreis abgedeckt werden kann, stellt sich oft die Frage, ob es sich \u00fcberhaupt lohnt, ausw\u00e4rts zu arbeiten. In anderen F\u00e4llen will der Wiedereinstieg trotz vielen Bewerbungen einfach nicht gelingen. Viele Frauen beginnen an sich selbst zu zweifeln und fragen sich, wie sie mit der L\u00fccke im Lebenslauf umgehen sollen und ob sie mit dem Stempel \u201eHausfrau\u201c und den damit verbundenen Vorurteilen \u00fcberhaupt noch echte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber lesen wir immer wieder in der Presse von den verschiedenen Herausforderungen, die der Arbeitsmarkt Schweiz zu bew\u00e4ltigen hat: der grosse Fachkr\u00e4ftemangel in vielen Branchen, der digitale Wandel, eine alternde Bev\u00f6lkerung und die wachsende Anforderung nach besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um nur einige zu nennen. Unternehmen sind zunehmend gefordert, gen\u00fcgend qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte zu rekrutieren und zu behalten, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Aus betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht macht es Sinn, den Bedarf an guten Fachkr\u00e4ften nicht nur durch Migration sondern auch durch eine bessere Aussch\u00f6pfung des inl\u00e4ndischen Potenzials abzudecken. Hier gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Einer davon ist die st\u00e4rkere Integration der weiblichen Fachkr\u00e4fte in den Schweizer Arbeitsmarkt.<\/p>\n<blockquote><p>Wenn gut ausgebildete Frauen nach einer l\u00e4ngeren Pause nicht in ihren erlernten Beruf zur\u00fcckkehren, ist dies nicht nur \u00f6konomisch, sondern auch gesellschaftspolitisch zu hinterfragen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Einerseits gehen unserer Gesellschaft dadurch wertvolle Ressourcen verloren. Andererseits bedeutet das aber auch, dass diese Frauen keine Karriereentwicklung mehr erfahren und im Alter schlechter gestellt sein werden, weil sie sich keine oder eine nur unzureichende Rente aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n  \n  <div class=\"box right courses\">\n          <div class=\"course clickable\">\n        <h5>Executive School Studiengang:<\/h5>\n        <div class=\"terms\">\n          Open Programmes<br>        <\/div>\n\n        <h4>\n          <a target=\"_self\" href=\"https:\/\/www.es.unisg.ch\/de\/programme\/women-back-business\">Women Back to Business<\/a>        <\/h4>\n\n        <div class=\"description\">\n          Management-Weiterbildung f\u00fcr Wiedereinsteigerinnen oder Umsteigerinnen        <\/div>\n      \n      <\/div>\n        <\/div>\n  \n<p>Bei diesen Herausforderungen sind alle Stakeholders gefordert. Die Politik steht in der Verantwortung, gute Rahmenbedingungen f\u00fcr gr\u00f6ssere berufliche Flexibilit\u00e4t zu schaffen, z.B. durch die F\u00f6rderung von Weiterbildung und den Ausbau von bezahlbaren Kinderbetreuungspl\u00e4tzen. Unternehmen k\u00f6nnen viel bewirken, indem sie flexible Arbeitsmodelle und Teilzeitm\u00f6glichkeiten f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen auf allen Hierarchiestufen einf\u00fchren und konkrete Wiedereinstiegsm\u00f6glichkeiten anbieten. Bei der Rekrutierung kann ein pers\u00f6nliches Reflektieren \u00fcber geschlechtsbezogene Rollenerwartungen und m\u00f6gliche unbewusste Vorurteile gegen\u00fcber weiblichen Kandidatinnen mit Kindern ebenfalls helfen.<\/p>\n<p>Auch Frauen und ihre Partner k\u00f6nnen ihren Beitrag leisten, zum Beispiel indem sie sich partnerschaftlich um eine Aufteilung der Arbeits- und Familienverpflichtungen bem\u00fchen, die f\u00fcr alle tragbar ist. Frauen sollten sich auch \u00fcber die Konsequenzen des Wiedereinstiegs im Klaren sein und sich gut darauf vorbereiten.\u00a0Wichtig ist, w\u00e4hrend der beruflichen Auszeit weiter in die eigenen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten zu investieren, z.B. durch ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten, pers\u00f6nliche Weiterbildung, Teilnahme an professionellen Netzwerken und das Lesen von berufsrelevanten Medien. So kann man erlernte F\u00e4higkeiten aufrechterhalten, fachliche Entwicklungen mitverfolgen und das berufliche Selbstvertrauen w\u00e4hrend der Auszeit st\u00e4rken. Denn in der Praxis zeigt sich oft, dass mangelndes Selbstbewusstsein und eine falsche Einsch\u00e4tzung der Fachkompetenz zwei der gr\u00f6ssten Hindernisse im Wiedereingliederungsprozess sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Photo by\u00a0<a href=\"https:\/\/unsplash.com\/photos\/ZDhLVO5m5iE?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Jake Melara<\/a>\u00a0on\u00a0<a href=\"https:\/\/unsplash.com\/search\/photos\/bridge?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiedereinstieg gelingt aber vielen Frauen nicht so schnell oder einfach, wie sie erwartet haben. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig. In manchen Branchen mangelt es an ausgeschriebenen Teilzeitstellen f\u00fcr gut qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte. 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In anderen F\u00e4llen muss eine Mutter wieder arbeiten gehen, zum Beispiel nach einer Trennung. <\/p>\n","school":false},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/431"}],"collection":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/431\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}