{"id":393,"date":"2018-01-09T14:42:19","date_gmt":"2018-01-09T13:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=393"},"modified":"2019-04-15T13:39:29","modified_gmt":"2019-04-15T11:39:29","slug":"der-einkauf-von-rechtsdienstleistungen-und-legaltech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/der-einkauf-von-rechtsdienstleistungen-und-legaltech","title":{"rendered":"Der Einkauf von Rechtsdienstleistungen und LegalTech"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herr Mascello, Sie sind gerade von einer Konferenz in New York zur\u00fcckgekehrt, deren Schwerpunkt auf juristischer Market Intelligence bei der Beschaffung juristischer Dienstleistungen lag. Welche Erkenntnisse haben Sie mitgenommen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Mehrheit der Teilnehmer waren Experten aus Einkaufsabteilungen, die t\u00e4glich Rechtsberatungsdienste von Anwaltskanzleien einkaufen. Das Thema der Konferenz war juristische Market Intelligence. Daher war es nicht verwunderlich, dass die Referenten Zahlen aller Art pr\u00e4sentierten. Es wurde deutlich, dass sie alle Experten im Umgang mit Zahlen sind, insbesondere bei der Bewertung von Anwaltsgeb\u00fchren und der Perfektionierung eines RFP- und Panel-Prozesses. Ich muss jedoch zugeben, dass mich dies an das Klischee erinnerte, dass das Beschaffungswesen nur an Ersparnissen interessiert ist und dabei den Kern der Rechtsberatung vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p><strong>Worum handelt es sich bei diesem \u00abKern\u00bb? Geht es bei der Erbringung von Rechtsberatungsdienstleistungen nicht nur darum, eine korrekte Rechtsauskunft zu liefern? <\/strong><\/p>\n<p>Juristisches Fachwissen bildet nat\u00fcrlich der Kern, um eine genaue Rechtsberatung zu erbringen und die Kunden bestm\u00f6glich zu vertreten. Dabei d\u00fcrfen wir jedoch zwei Dinge nicht vergessen: Ein Kunde \u2013 der oft selbst kein Jurist ist \u2013 nimmt juristisches Fachwissen als gegeben hin, und es ist f\u00fcr ihn ohnehin sehr schwierig, die Fachkompetenz und technische Qualit\u00e4t eines Anwalts fair zu beurteilen. Daher greift ein Kunde auf andere Informationen zur\u00fcck, die ihm viel vertrauter sind: den Service und die Beziehungselemente. Hinzu kommt, dass ein Kunde die Servicequalit\u00e4t nicht nur isoliert bewertet, sondern dieses Urteil \u2013 sei es gerechtfertigt oder nicht \u2013 auch auf die Bewertung der juristischen Fachkompetenz des Anwalts anwendet und \u00fcbertr\u00e4gt. Folglich werden die Serviceelemente zu einem Schl\u00fcsselfaktor, um die Erwartungen der Kunden zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel f\u00fcr ein wichtiges, nicht-juristisches Leistungskriterium nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Davon gibt es nicht wenige. Die Kundenzufriedenheit h\u00e4ngt beispielsweise grundlegend von qualitativen Elementen wie Zug\u00e4nglichkeit, Reaktionszeit, ben\u00f6tigte Zeit zur Probleml\u00f6sung, p\u00fcnktlicher Lieferung und Flexibilit\u00e4t ab. Dar\u00fcber hinaus sind auch die Kommunikation und eine insgesamt empathische Beratungsqualit\u00e4t entscheidend. Ebenso sind Etikette und Umgangsformen wie Freundlichkeit und H\u00f6flichkeit wichtig, wie auch die Reputation und die Marke des Anwalts und seiner Kanzlei. Und zu guter Letzt muss ein Anwalt gute Branchenkenntnisse vorweisen und die Bed\u00fcrfnisse, das Gesch\u00e4ft, die Unternehmensstrategie und das Gesch\u00e4ftsmodell des Kunden verstehen. Diese detaillierten Kenntnisse sollten dann zu einer kurzen Einarbeitungszeit des Anwalts, einer viel n\u00fctzlicheren und pragmatischeren Rechtsberatung und hoffentlich niedrigeren Honoraren f\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/knowhow\/buying-legal-services-and-legaltech\">Lesen Sie das ganze Interview<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Mascello, Sie sind gerade von einer Konferenz in New York zur\u00fcckgekehrt, deren Schwerpunkt auf juristischer Market Intelligence bei der Beschaffung juristischer Dienstleistungen lag. Welche Erkenntnisse haben Sie mitgenommen? Die Mehrheit der Teilnehmer waren Experten aus Einkaufsabteilungen, die t\u00e4glich Rechtsberatungsdienste von Anwaltskanzleien einkaufen. Das Thema der Konferenz war juristische Market Intelligence. 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