{"id":2403,"date":"2026-03-31T10:31:57","date_gmt":"2026-03-31T08:31:57","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog?p=2403"},"modified":"2026-04-02T15:54:39","modified_gmt":"2026-04-02T13:54:39","slug":"zum-zweiten-mal-digital-shaper-samir-aliyev-ueber-innovation-und-digitali-sierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/zum-zweiten-mal-digital-shaper-samir-aliyev-ueber-innovation-und-digitali-sierung","title":{"rendered":"Zum zweiten Mal \u201eDigital Shaper\u201c: Samir Aliyev \u00fcber Innovation und Digitalisierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zur erneuten Auszeichnung als \u201eDigital Shaper\u201c. Was bedeutet dieser Titel pers\u00f6nlich f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Auszeichnung bedeutet mir ausserordentlich viel, nicht nur als Best\u00e4tigung unserer Arbeit, sondern als pers\u00f6nliches Symbol f\u00fcr einen Weg, der nicht selbstverst\u00e4ndlich war. Ich bin als Immigrant in die Schweiz gekommen und habe mir einst versprochen: Arbeite hart, sei jemand, auf den dieses Land stolz sein kann, und hilf anderen auf dem Weg. Zum zweiten Mal als Digital Shaper ausgezeichnet zu werden, zeigt mir, dass dieser Vorsatz Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Es ist keine individuelle Ehrung, sie geh\u00f6rt unserem gesamten Team, unseren Partnern und all jenen, die t\u00e4glich daran arbeiten, die Schweiz digital sicherer und kompetenter zu machen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie wurden bereits 2023 ausgezeichnet und nun erneut. Was hat sich seitdem f\u00fcr Sie, Ihr Unternehmen oder Ihre Ausrichtung am st\u00e4rksten ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ein konkretes Beispiel daf\u00fcr ist meine Arbeit als Programmdirektor an der Universit\u00e4t St. Gallen: Im CAS-Programm \u00abCyber Security for Leaders\u00bb erlebe ich hautnah, wie F\u00fchrungskr\u00e4fte heute nicht mehr nur nach Sicherheitsfragen fragen, sondern zunehmend danach, wie sie KI verantwortungsvoll in ihre Organisationen integrieren k\u00f6nnen. Im Jahr 2023 war das Swiss Cyber Institute in erster Linie als Zentrum f\u00fcr Cybersicherheitsschulungen bekannt. Seitdem hat sich unser Profil grundlegend gewandelt: KI. Dieser Wandel war keine strategische Entscheidung, die am Reissbrett getroffen wurde, es war eine ehrliche Antwort auf das, was unsere Kunden und die Gesellschaft wirklich brauchen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie sind in der Kategorie \u201eThe Defenders\u201c ausgezeichnet worden. Was bedeutet digitale Sicherheit heute f\u00fcr Sie \u2013 und warum ist sie so zentral f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Digitale Sicherheit ist f\u00fcr mich kein technisches Nischenthema, sie ist die Grundlage des Vertrauens in unsere digitale Gesellschaft. Ohne Sicherheit kein digitales Wachstum, keine Innovation, kein Vertrauen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in staatliche oder private Institutionen. Was mich besonders antreibt: Das eigentliche Ziel von Cyberangriffen ist nicht die Technologie, es sind die Menschen. Deshalb setzen wir bei der Bildung an. Wer versteht, wie Angriffe funktionieren, wer weiss, wie er sich sch\u00fctzt, der ist kein Opfer mehr, sondern Teil der L\u00f6sung. \u201eThe Defenders&#8220; zu sein bedeutet f\u00fcr mich: Wir verteidigen nicht nur Systeme, wir st\u00e4rken Menschen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr Fokus hat sich stark in Richtung k\u00fcnstliche Intelligenz entwickelt. Wie kam es zu diesem Wandel?<\/strong><\/p>\n<p>Der Wandel war keine interne Entscheidung, sondern eine Reaktion auf die Realit\u00e4t. Als wir merkten, dass Unternehmen nicht mehr nur wissen wollten, wie sie sich gegen Angriffe sch\u00fctzen, sondern wie sie KI verantwortungsvoll einsetzen, wurde klar: Wir m\u00fcssen mitgehen. KI dreht sich extrem schnell, schneller als jeder klassische Lehrplan es abbilden kann. Was mich dabei fasziniert: Cybersicherheit und KI sind keine Gegens\u00e4tze, sie bedingen einander. Wer KI einsetzt, muss ihre Risiken kennen und wer Sicherheit denkt, muss KI verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo sehen Sie aktuell die gr\u00f6ssten Chancen f\u00fcr die digitale Zukunft der Schweiz?<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz besitzt etwas, das weltweit selten ist: eine Kombination aus politischer Stabilit\u00e4t, exzellenter Forschungsinfrastruktur und einem tief verwurzelten Qualit\u00e4tsanspruch. Diese St\u00e4rken sind im digitalen Zeitalter Gold wert, wenn wir sie richtig einsetzen. Die gr\u00f6sste Chance sehe ich im Bereich vertrauensw\u00fcrdige KI und Datensouver\u00e4nit\u00e4t. Wer garantiert, dass KI-Systeme sicher, transparent und ethisch korrekt funktionieren, wird global gefragt sein. Die Schweiz kann hier zum globalen Referenzpunkt werden, nicht als gr\u00f6sster Markt, aber als glaubw\u00fcrdigster. Das ist eine Positionierung, die kein anderes Land so leicht einnehmen kann.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche Technologien oder Trends werden Ihrer Meinung nach in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahren besonders entscheidend sein?<\/strong><\/p>\n<p>Drei Bereiche besch\u00e4ftigen mich am st\u00e4rksten: Erstens, generative KI und ihre Integration in kritische Infrastrukturen. Das ver\u00e4ndert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Angriffsfl\u00e4che f\u00fcr Cyberbedrohungen massiv. Zweitens, Quantencomputing. Noch ist es nicht im Alltag angekommen, aber es wird bestehende Verschl\u00fcsselungsstandards fundamental in Frage stellen. Drittens, die Konvergenz von physischer und digitaler Sicherheit; Smart Factories, autonome Fahrzeuge, vernetzte Spit\u00e4ler. Diese Systeme sind gleichzeitig produktiv und angreifbar. Wer die Sicherheit dieser Schnittstellen nicht ernst nimmt, riskiert nicht nur Datenverlust, sondern reale physische Konsequenzen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gab es auf Ihrem eigenen Weg Momente oder Entscheidungen, die besonders pr\u00e4gend f\u00fcr Ihren heutigen Erfolg waren?<\/strong><\/p>\n<p>Es gab einen Moment fr\u00fch in meiner Zeit in der Schweiz, der alles ver\u00e4ndert hat. Ich stand an einem Punkt, wo ich merkte: Dieses Land hat mir eine Chance gegeben, die ich mir nicht ausgesucht habe \u2013 ich muss etwas daraus machen. Das war kein grosses Ereignis, sondern eine innere Entscheidung: Ich werde hart arbeiten, ich werde etwas aufbauen, das anderen hilft. 2019 war es dann soweit \u2013 mit dem Swiss Cyber Institute habe ich dieses Versprechen in die Tat umgesetzt. Jede schwierige Phase seither, jede Ablehnung, jeder R\u00fcckschlag, hat mich an diesen Moment erinnert. Die Klarheit \u00fcber das eigene Warum ist die st\u00e4rkste Ressource, die ein Gr\u00fcnder haben kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welchen Rat w\u00fcrden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern oder Talenten geben, die im Tech- oder Digitalbereich etwas aufbauen m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>Fang an und fang heute an. Perfektion ist der Feind des Fortschritts. Was ich jungen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern immer sage: Deine erste Version wird nicht perfekt sein, und das ist gut so. Was z\u00e4hlt, ist die Bereitschaft, zu lernen, anzupassen und trotzdem dranzubleiben. Suche dir ausserdem Mentoren und Netzwerke, nicht um T\u00fcren aufgestossen zu bekommen, sondern um zu verstehen, welche T\u00fcren sich \u00fcberhaupt \u00f6ffnen lassen. Und ganz konkret f\u00fcr den Tech-Bereich: Bau dir digitale Grundkompetenzen auf, auch wenn du nicht Technikerin oder Techniker bist. Wer die Sprache der Technologie spricht, kann sie gestalten anstatt von ihr gestaltet zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und ganz pers\u00f6nlich: Was treibt Sie an, sich t\u00e4glich mit so viel Energie f\u00fcr digitale Bildung und Sicherheit einzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Es sind die Menschen. Wenn jemand nach einem unserer Kurse schreibt, dass er einen Cyberangriff auf sein Unternehmen abwehren konnte, dann weiss ich, warum ich das mache. Zahlen und Wachstumsziele motivieren mich als Unternehmer, ja. Aber was mich morgens aufstehen l\u00e4sst, ist die \u00dcberzeugung, dass wir echten Unterschied im Leben echter Menschen machen. Ich habe selbst erlebt, was Bildung und eine Chance bedeuten k\u00f6nnen. Nun ist es meine Aufgabe, anderen diese Chance zu geben. Jeden Tag, mit so viel Energie wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Miranda Diggelmann<\/strong>, Programm Managerin Law &amp; Management, f\u00fchrte das Gespr\u00e4ch mit <strong>Samir Aliyev<\/strong>, Founder &amp; CEO Swiss Cyber Institute sowie Programm Direktor des Lehrgangs \u00abCyber Security f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte CSF HSG\u00bb im Bereich Law &amp; Management der Executive School der Universit\u00e4t St. Gallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zur erneuten Auszeichnung als \u201eDigital Shaper\u201c. Was bedeutet dieser Titel pers\u00f6nlich f\u00fcr Sie? Diese Auszeichnung bedeutet mir ausserordentlich viel, nicht nur als Best\u00e4tigung unserer Arbeit, sondern als pers\u00f6nliches Symbol f\u00fcr einen Weg, der nicht selbstverst\u00e4ndlich war. 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M\u00e4rz 2026 wurde auch Samir Aliyev erneut als \u201eDigital Shaper\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Die Auswahl der Preistr\u00e4ger erfolgt durch eine Expertenjury und erscheint als Sonderpublikation der BILANZ. Die ausgezeichneten Pers\u00f6nlichkeiten stammen aus verschiedenen Bereichen und treiben die Digitalisierung in der Schweiz voran. Die \u201eDigital Shapers\u201c werden in zehn Kategorien ausgezeichnet. Samir Aliyev wurde in der Kategorie \u201eThe Defenders\u201c geehrt. Die Kategorie w\u00fcrdigt Akteure, die f\u00fcr die Sicherheit von Hardware, Software und Daten sorgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn ist es bereits die zweite Auszeichnung: Schon 2023 wurde er f\u00fcr seine Arbeit und seinen Beitrag zur digitalen Entwicklung der Schweiz geehrt. Als Gr\u00fcnder und CEO des Swiss Cyber Institute verfolgt er das Ziel, bis 2030 rund 100\u2019000 Menschen in Cybersicherheit und k\u00fcnstlicher Intelligenz auszubilden. Im folgenden Interview spricht er dar\u00fcber, was diese Anerkennung f\u00fcr ihn bedeutet und welche Entwicklungen ihn besonders besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","school":{"ID":6,"post_author":"1","post_date":"2017-07-11 10:24:26","post_date_gmt":"2017-07-11 08:24:26","post_content":"Law &amp; Management bietet Weiterbildungen an der Schnittstelle zwischen Recht und Betriebswirtschaft. 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