{"id":2030,"date":"2021-09-17T19:39:07","date_gmt":"2021-09-17T17:39:07","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=2030"},"modified":"2021-09-17T19:39:07","modified_gmt":"2021-09-17T17:39:07","slug":"unconscious-biases-wie-wir-personalentscheidungen-von-unbewussten-vorurteilen-befreien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/unconscious-biases-wie-wir-personalentscheidungen-von-unbewussten-vorurteilen-befreien","title":{"rendered":"Unconscious Biases: Wie wir Personalentscheidungen von unbewussten Vorurteilen befreien"},"content":{"rendered":"<p>Daher sind sowohl eine intensive Auseinandersetzung mit Vorurteilen von Seiten des F\u00fchrungspersonals als auch der Abbau von Unconscious Biases in Prozessen wichtige Voraussetzungen f\u00fcr eine inklusive F\u00fchrung, die wiederum eine inklusivere Arbeitskultur mit einer angemessenen Vertretung von Frauen und anderen Minderheiten f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sind Unconscious Biases?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ccdi-unisg.ch\/de\/unsere-leistungen\/unconscious-bias-training\/\">Unconscious Biases<\/a> werden auch als implizite Vorurteile bezeichnet und sind Stereotype \u00fcber Personengruppen, die wir nicht bewusst wahrnehmen (Herbert, 2013). Unconscious Biases sind zwar nicht per se negativ, k\u00f6nnen aber aufgrund ihrer reduzierenden Wirkung zu Diskriminierung f\u00fchren, sofern wir uns von Stereotypen leiten lassen. Drei Arten von Unconscious Biases wirken sich auf HR-Praktiken aus:<\/p>\n<ol>\n<li>1. Best\u00e4tigungs-Bias: Wir suchen nach Informationen, die unsere bereits bestehenden \u00dcberzeugungen belegen.<\/li>\n<li>2. \u00c4hnlichkeits-Bias: Wir f\u00fchlen uns zu Menschen hingezogen, die uns \u00e4hneln und werten ihre Ideen positiver.<\/li>\n<li>3. Attributions-Bias: Wir f\u00fchren die Handlungen anderer Menschen f\u00e4lschlicherweise auf eine fehlerhafte pers\u00f6nliche Eigenschaft zur\u00fcck und nicht auf situative Faktoren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie wirken sich Unconscious Biases auf Personalentscheidungen aus? Was sind die Hebel, um ihren Einfluss zu verringern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unconscious Biases und Rekrutierung<\/strong><\/p>\n<p>Die Rekrutierung betrachtend hat die Voreingenommenheit von F\u00fchrungskr\u00e4ften einen grossen Einfluss darauf, ob bestimmte Personengruppen eine Chance haben, in das Unternehmen einzusteigen. So besteht beispielsweise die Gefahr, dass Unternehmen aufgrund des \u00c4hnlichkeits-Bias hoch qualifizierte Kandidat*innen vom weiteren Einstellungsverfahren ausschliessen, nur weil sie anders sind als der\/die Interviewende. Unternehmen sollten nicht nur bei der ersten Sichtung der Bewerbungen bewusst gegen Verzerrungen vorgehen, sondern auch w\u00e4hrend des gesamten Einstellungsverfahrens auf einen ausgewogenen Kandidatenpool achten. Johnson et al. (2016) haben beispielsweise herausgefunden, dass bei einer Kandidatensuche, bei der nur eine Frau in der Endauswahl ist, die Wahrscheinlichkeit, dass sie eingestellt wird, praktisch nicht gegeben ist.<\/p>\n<p>Mehrere Strategien k\u00f6nnen helfen, Voreingenommenheit und Diskriminierung zu reduzieren: Bei der \u00dcberpr\u00fcfung eingehender Bewerbungen kann es sinnvoll sein, bestimme Informationen aus den Lebensl\u00e4ufen zu entfernen, um eine Beeinflussung durch beispielsweise das Geschlecht der Bewerber*innen zu vermeiden. In einer Pilotstudie, die von 2010 bis 2011 von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgef\u00fchrt wurde, wurden acht grosse Unternehmen und Organisationen gebeten, ihre Bewerbungsverfahren zu anonymisieren (Krause et al., 2012). Folglich reduzierte sich die Diskriminierungsrate bei allen teilnehmenden Unternehmen. Dar\u00fcber hinaus sollten die Bewerber*innen von mehreren Personen gepr\u00fcft, die gleichen Fragen in der gleichen Reihenfolge gestellt und anhand identischer Kriterien bewertet werden (Herbert, 2013), um den Spielraum f\u00fcr Unconscious Biases zu minimieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unconscious Biases und Bef\u00f6rderungen<\/strong><\/p>\n<p>Selbst wenn eine Organisation Erfolge bei der Rekrutierung vielf\u00e4ltiger Talente vorweisen kann, bedeutet dies leider nicht, dass sie auch in der Lage ist, Mitarbeitende zu entwickeln. So k\u00f6nnen beispielsweise \u00c4hnlichkeits- und Attributions-Biases dazu f\u00fchren, dass m\u00e4nnliche Vorgesetzte andere M\u00e4nner unbewusst als geeigneter ansehen und vielversprechende Projekte haupts\u00e4chlich m\u00e4nnlichen Mitarbeitern zuteilen.<\/p>\n<p>Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte geschult und sensibilisiert werden, um nachhaltige Ans\u00e4tze f\u00fcr Vielfalt und Unconscious Biases in Personalentwicklungs- und Bef\u00f6rderungsprozessen anzuwenden. Ausserdem sollten alle HR-Prozesse &#8222;de-biased&#8220; werden: Bef\u00f6rderungen k\u00f6nnen in mehreren sorgf\u00e4ltig zusammengesetzten Gremien besprochen werden, die m\u00f6gliche Vorurteile und faire Bef\u00f6rderungsziele ber\u00fccksichtigen. Eine weitere M\u00f6glichkeit besteht darin, die Bef\u00f6rderungsprozesse so zu gestalten, dass sie einer &#8222;Opt-out&#8220;-Logik folgen. Bei Deloitte Schweiz beispielsweise sind alle Frauen und alle Mitarbeitende, die mit einem 80-Prozent-Vertrag arbeiten, automatisch Teil des Bef\u00f6rderungspools, was zu einer h\u00f6heren Bef\u00f6rderungsquote f\u00fcr Frauen, Minderheiten und Teilzeitbesch\u00e4ftigte f\u00fchrt. Entscheidend ist, dass HR-Prozesse nicht isoliert, sondern als Teil einer Unternehmenskultur, die Vielfalt f\u00fcr die gesamte Organisation wertsch\u00e4tzt, &#8222;de-biased&#8220; werden (Sander und Hartmann, 2019).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr Unconscious Biases zu sensibilisieren f\u00f6rdert eine Inklusionskultur<\/strong><\/p>\n<p>Um die Auswirkungen von Unconscious Biases in der Unternehmensf\u00fchrung und in HR-Prozessen zu verringern, ist es entscheidend, pers\u00f6nliche Vorurteile zu hinterfragen und ein inklusives Arbeitsumfeld zu f\u00f6rdern. F\u00fchrungskr\u00e4fte, die sich kritisch mit ihren eigenen unbewussten Vorurteilen auseinandersetzen und Strategien anwenden, die verhindern, dass Unconscious Biases die Entscheidungsfindung beeinflussen, sind auf dem besten Weg zu einer inklusiven F\u00fchrung. Inklusive F\u00fchrung ist eine Voraussetzung f\u00fcr Inklusion, da F\u00fchrungskr\u00e4fte die Organisationskultur massgeblich pr\u00e4gen (Shore, et al. 2011).<\/p>\n<p>Daher ist es besonders wichtig, das Bewusstsein f\u00fcr Unconscious Biases auf der F\u00fchrungsebene zu sch\u00e4rfen und Vorurteile in Managementprozessen abzubauen, um ein hohes Mass an Inklusion und Chancengleichheit f\u00fcr alle Mitarbeitende zu gew\u00e4hrleisten. Inklusive F\u00fchrungskompetenzen erm\u00f6glichen es den F\u00fchrungskr\u00e4ften, das Potenzial der Vielfalt voll auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sind Sie interessiert, mehr zu Unconscious Biases zu erfahren? <a href=\"https:\/\/ccdi-unisg.ch\/de\/unsere-leistungen\/unconscious-bias-training\/\">Klicken Sie hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daher sind sowohl eine intensive Auseinandersetzung mit Vorurteilen von Seiten des F\u00fchrungspersonals als auch der Abbau von Unconscious Biases in Prozessen wichtige Voraussetzungen f\u00fcr eine inklusive F\u00fchrung, die wiederum eine inklusivere Arbeitskultur mit einer angemessenen Vertretung von Frauen und anderen Minderheiten f\u00f6rdert. &nbsp; Was sind Unconscious Biases? 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