{"id":1962,"date":"2021-07-12T10:30:42","date_gmt":"2021-07-12T08:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1962"},"modified":"2021-07-12T10:30:42","modified_gmt":"2021-07-12T08:30:42","slug":"generation-x-y-z-und-was-kommt-noch-mit-einer-kleinen-anekdote-aus-dem-rechtsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/generation-x-y-z-und-was-kommt-noch-mit-einer-kleinen-anekdote-aus-dem-rechtsmarkt","title":{"rendered":"Generation X, Y, Z \u2026 und was kommt noch? Mit einer kleinen Anekdote aus dem Rechtsmarkt."},"content":{"rendered":"<p>Nur um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden: Wenn ich hier von Generationen rede, dann meine ich nicht die statistische Lebenserwartung der Schweizer\/innen von \u00fcber 80 Jahren. Stattdessen geht es vielmehr um eine Art \u00abMarker\u00bb f\u00fcr wahrnehmbare Ver\u00e4nderungen, die sich schon in viel k\u00fcrzeren Abschnitten von 10\u201315 Jahren zeigen. Die Kategorisierung in diesem Jahresrhythmus stellt dabei nur ein Hilfselement dar und gilt nat\u00fcrlich nicht zwingend f\u00fcr alle Individuen. Sie hilft jedoch, die sich schnell und laufend wechselnden Bed\u00fcrfnisse der Mitarbeitenden nicht ganz aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>Dies ist insbesondere aus drei Gr\u00fcnden wichtig. Zun\u00e4chst fliessen bei jedem Menschen, viele Einfl\u00fcsse aus anderen Str\u00f6mungen zusammen, so z.B. aus der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Welt. Diese k\u00f6nnen von einem Unternehmen auf verschiedene Weise ber\u00fccksichtigt und genutzt werden. Zweitens stellen die Mitarbeitenden \u2013 rein betriebswirtschaftlich gesehen \u2013 Ressourcen des Unternehmens dar, die optimal eingesetzt werden m\u00fcssen, um den gr\u00f6sstm\u00f6glichen Nutzen zu erzielen. Und schliesslich arbeiten in einem Unternehmen \u2013 abgesehen von Start-ups mit oft altersm\u00e4ssig homogenen Teams \u2013 regelm\u00e4ssig verschiedene Altersklassen zusammen, mittlerweile kommen sogar bis zu f\u00fcnf Generationen zusammen. Es ist deshalb hilfreich, die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse und Treiber zu kennen, um das Zusammenspiel s\u00e4mtlicher R\u00e4der optimal in Einklang zu bringen, und so die Performance der Mitarbeitenden zu verbessern.<\/p>\n<p>Wie schnell sich die Generationen ver\u00e4ndern, m\u00f6chte ich an der heute allseits pr\u00e4senten Digitalisierung und an einem kleinen Beispiel aus der Anwaltsbranche illustrieren. Als ich vor 30 Jahren begann, meine Dissertation zu schreiben, hatte ich mir hierf\u00fcr, wie \u00fcbrigens andere Doktorand\/innen auch, einen Laptop gekauft. Dieses Werkzeug unterst\u00fctzte meinen Arbeits- und Denkprozess besser, wenn ich zum Beispiel neue Texte einf\u00fcgen, anpassen oder verschieben wollte. Ich wollte auch nicht von Hand auf Papier schreiben, denn es war umst\u00e4ndlich, darauf Korrekturen vorzunehmen und diese gar mit Schere und Klebstreifen zu verwalten. Ferner konnte ich mit dem Laptop jederzeit schnell Ausdrucke in lesbarer Form erstellen. Dass ich ein ansehnliches Tipptempo mit zehn Fingern erreichte, muss nicht weiter erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Als ich nach meiner Dissertation endlich mit meinem Praktikum beginnen durfte, wurden gerade alle Anw\u00e4lte in der Kanzlei mit neuen Computern ausger\u00fcstet. Nur ein Platz \u2013 jener des Praktikanten \u2013 blieb eine Woche leer, was ich auf Lieferengp\u00e4sse zur\u00fcckf\u00fchrte. Ich irrte mich. Auf meine Frage, wann denn mein Computer komme, legte man mir ein Dictaphone auf den Tisch und erkl\u00e4rte mir, als Anwalt sei das mein neues Werkzeug und ich m\u00fcsse diktieren lernen. Ich war leicht verwirrt, weil alle anderen Anw\u00e4lte trotzdem Computer erhalten hatten, und gewisse Anw\u00e4lte sie als erweiterte Ablagefl\u00e4che f\u00fcr Papier nutzten. Ferner wurde mir auch erkl\u00e4rt, dass die Anw\u00e4lte den Sekret\u00e4r\/innen ihre Arbeit nicht wegnehmen sollten, die diese Arbeit g\u00fcnstiger erledigten. Wenn ich also jetzt dieses Beispiel anf\u00fchre, so ist das in keinerlei Weise als respektlose Kritik zu verstehen. Ich verstand nat\u00fcrlich, dass man f\u00fcr den Praktikanten nur das Beste und ihn f\u00fcr die sp\u00e4tere Arbeit als Anwalt bestm\u00f6glich vorbereiten wollte, und deshalb die Pflicht als Arbeitgeber und Ausbildungsst\u00e4tte pflichtbewusst wahrnahm. Ich sch\u00e4tzte mein damaliges Umfeld sehr und habe vieles lernen k\u00f6nnen, wof\u00fcr ich meinen Kolleg\/innen noch heute dankbar bin. Wenn ich mir nun aber unter dem Titel dieses Beitrags heute erlaube, r\u00fcckblickend eine Analyse vorzunehmen, zeigt sich, dass damals zwei Dinge nicht erkannt wurden: die (neuen) Bed\u00fcrfnisse der \u00abneuen\u00bb Generation (ich gelte \u00fcbrigens nicht mehr als Baby Boomer, sondern bereits als Generation X) und die stattfindenden Ver\u00e4nderungen im Rechtsmarkt, der bereits damals seine Vorboten der Digitalisierung entsandte. Wenn ich also gefragt werde, wann ich Digitalisierungstrends im Rechtsmarkt pers\u00f6nlich wahrnahm, habe ich heute eine klare Antwort.<\/p>\n<p>Was sind meine Learnings daraus? Jede Generation hat ihre typischen Eigenheiten, und diese k\u00f6nnen und werden sich laufend ver\u00e4ndern, ob man will oder nicht. Als Unternehmen sollte man sich aus reinem Eigeninteresse damit besch\u00e4ftigen und sich diese Informationen zu Nutze machen. Denn sie liefern aus erster Hand die Informationen, wie man seine Mitarbeitenden motivieren, im Rekrutierungsmarkt attraktiv bleiben und die Verweildauer von guten Mitarbeitenden und Talenten erh\u00f6hen kann. Muss man die Treiber und Bed\u00fcrfnisse der neuen Generationen teilen? Nein. Sollte man sie als Unternehmen aber akzeptieren und entsprechend bestm\u00f6glich ber\u00fccksichtigen. Unbedingt!<\/p>\n<p>Und wie sieht es nun mit der aktuellen Generation Z (Geburtsjahr ca. 1995-2010) aus, die nun am Start ihrer Berufsphase steht? Man sagt ihr u.a. nach, sie wolle vermehrt als andere Generationen zuvor einen Sinn in der Arbeit sehen und finden. Neudeutsch ausgedr\u00fcckt wollen sie also die sogenannte \u00abPurpose\u00bb des Unternehmens, f\u00fcr welches sie ihre Lebenszeit investieren, kennen und mittragen k\u00f6nnen. Damit sind die Unternehmen gefordert, ihre Vision bzw. Mission sowie ihre Strategieziele klar zu kommunizieren. Und das ist auch f\u00fcr die Executive Education an der HSG wichtig! Denn Klassen weisen oft grosse Alterspannen auf (Alter ca. 30 bis \u00fcber 60 Jahre), d.h. wir bringen bis zu vier Generationen zusammen. Als Weiterbildungsanbieter m\u00fcssen wir uns deshalb laufend \u00fcberlegen, wie wir alle Bed\u00fcrfnisse unserer Teilnehmenden bestm\u00f6glich bedienen. Denn letzten Endes wollen wir einen werthaltigen Beitrag leisten, damit alle Generationen mit den heute geltenden Rahmenbedingungen besser fertig werden. Die berechtigte Frage der Teilnehmenden \u00abWhat\u2019s in for me?\u00bb m\u00fcssen wir \u00fcberzeugend beantworten und bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und so schliesst sich der Kreis zur anf\u00e4nglich gestellten Frage, warum man sich mit den Bed\u00fcrfnissen der Kunden und Mitarbeitenden aus Generationensicht auseinandersetzen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_3\" data-temp-id=\"69ea266e6cc17\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Anmeldung zum Vista-Newsletter<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><p>Verpassen Sie keine neuen Artikel.<\/p>\n<\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                                                           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