{"id":1737,"date":"2020-09-16T10:23:36","date_gmt":"2020-09-16T08:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1737"},"modified":"2020-09-16T10:23:36","modified_gmt":"2020-09-16T08:23:36","slug":"die-totale-kehrtwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/die-totale-kehrtwende","title":{"rendered":"Die totale Kehrtwende"},"content":{"rendered":"<p>Claudia Pfenniger arbeitete \u00fcber 15 Jahre lang als Unternehmensberaterin in der Finanzbranche, bevor Sie Mutter wurde und eine Erwerbspause einlegte. Heute hat sie ihr eigenes Unternehmen und unterst\u00fctzt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Manager bei der Gewinnung neuer Firmenkunden.<\/p>\n<p><strong>Claudia Pfenniger, Sie haben die \u00abWomen Back to Business\u00bb-Weiterbildung (WBB) letztes Jahr absolviert. Weshalb haben Sie sich f\u00fcr dieses Programm entschieden?<\/strong><\/p>\n<p>Da muss ich ein bisschen ausholen, denn es ist eine l\u00e4ngere Geschichte. Ich habe in den USA studiert und war viele Jahre in der Finanzbranche als Beraterin t\u00e4tig. Nach der Geburt meines Sohnes machte ich eine Erwerbspause, denn unser Kind hatte gesundheitliche Schwierigkeiten und brauchte meine volle Aufmerksamkeit. Nach sechs Jahren war ich bereit f\u00fcr den beruflichen Wiedereinstieg und begann mich auf verschiedenen Positionen zu bewerben. Ich suchte eine Teilzeitstelle mit m\u00f6glichst hoher Flexibilit\u00e4t und spannenden Arbeitsinhalten. Ich erhielt ausnahmslos Absagen und stellte schnell fest, dass ich f\u00fcr viele Teilzeitstellen \u00fcberqualifiziert war. Auf der anderen Seite schmolz mein Selbstwertgef\u00fchl mit jeder Absage. Schliesslich entschied ich mich f\u00fcr die Weiterbildung an der Universit\u00e4t St. Gallen, weil mich die verschiedenen Komponenten des Programms \u00fcberzeugten und ich gespannt war auf die neusten Theorien zum Beispiel aus den Bereichen Marketing und Projektmanagement. Im R\u00fcckblick muss ich sagen, dass die \u00abWomen Back to Business\u00bb-Weiterbildung die beste Investition war, die ich bisher in meinem Leben get\u00e4tigt habe.<\/p>\n<p><strong>Sie sind begeistert von der WBB-Weiterbildung. Welche Programmteile waren denn hilfreich f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich?<\/strong><\/p>\n<p>Neben den theoretischen Inputs, w\u00e4hrend denen ich mein Fachwissen auf den neusten Stand bringen konnte, hat mich das Praktikum, das ich bei der Swisscom absolviert habe, am allermeisten \u00fcberzeugt. Ich habe w\u00e4hrend meines Praktikums zwei strategisch wichtige Projekte umgesetzt und vom ersten Tag an gemerkt, dass ich es noch kann und genau da weiterfahren konnte, wo ich vor rund sechs Jahren aufgeh\u00f6rt habe. Dieses Gef\u00fchl war unglaublich befl\u00fcgelnd und auch motivierend! W\u00e4hrend des Praktikums erhielt ich sehr viel Best\u00e4tigung und Ermunterung, was f\u00fcr mein Selbstwertgef\u00fchl Gold wert war.<\/p>\n<p><strong>Unterdessen haben Sie Ihr eigenes Unternehmen \u00abLeads4Business\u00bb mit zwei Mitarbeitenden. Wie kam es dazu, dass Sie sich selbstst\u00e4ndig gemacht haben?<\/strong><\/p>\n<p>Auch dies h\u00e4ngt sehr stark mit der WBB-Weiterbildung zusammen. Die Gesch\u00e4ftsidee f\u00fcr meine Firma kam mir zu Beginn der Ausbildung, genauer gesagt, w\u00e4hrend des zweiten Moduls. Ich teilte die Idee in meinem Freundeskreis und holte Feedback ein, ob das funktionieren k\u00f6nnte. Die R\u00fcckmeldungen waren allesamt positiv, so dass ich mich bald an die Ausarbeitung eines Businessplans machte. Die ersten beiden Auftr\u00e4ge erhielt ich, noch bevor ich die Webseite f\u00fcr mein Gesch\u00e4ft fertig erstellt hatte.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht Ihr Berufsalltag heute aus?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Unternehmen ist im Bereich der Business-to-Business-Kaltakquise t\u00e4tig. Das heisst, wir gewinnen neue Kunden f\u00fcr unsere Auftraggeber, wobei wir erfolgsbasiert arbeiten. Dies erlaubt unseren Auftraggebern nachhaltig zu wachsen, ohne zus\u00e4tzliches Personal einzustellen. Konkret unterst\u00fctzen wir Firmen und Organisationen in ihrer Wachstumsstrategie, indem wir ihnen durch effiziente Akquiseprozesse zu neuen Kunden- und Gesch\u00e4ftsbeziehungen verhelfen. Klingt kompliziert, ist aber in der Praxis eine spannende Herausforderung, die neben einem grossen Netzwerk viel Recherche- und Vorbereitungsarbeit verlangt. Kommt hinzu, dass es im Arbeitsalltag von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern und Managern genau diese Aufgaben sind, die gerne mal liegen bleiben und in diese L\u00fccke springen wir mit unserem Angebot. Im Moment befinden wir uns voller Elan und Tatendrang im Auf- und Ausbau des Start-ups. Gegenw\u00e4rtig l\u00e4uft es so gut, dass ich bereits zwei Mitarbeitende anstellen konnte. Die eine Mitarbeiterin ist \u00fcbrigens eine ehemalige WBB-Absolventin. Ihr beruflicher Background passt perfekt zu den Bed\u00fcrfnissen meines Unternehmens, so dass sich eine Win-Win-Situation ergeben hat und sie nun ein Praktikum bei mir absolviert.<\/p>\n<p><strong>Das t\u00f6nt ja alles sehr inspirierend und toll. Gab es auf Ihrem Weg zur\u00fcck ins Erwerbsleben auch schwierige Situationen, mit denen Sie nicht gerechnet hatten?<\/strong><\/p>\n<p>Die gab es auf jeden Fall. Der berufliche Wiedereinstieg geschieht ja nicht von heute auf morgen und ist ein langer, manchmal auch m\u00fchsamer Prozess, der sehr viel Selbstreflexion verlangt. Eine Situation ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Ich hatte mich, auch wegen meines Finanzbranchen-Backgrounds, w\u00e4hrend der WBB-Weiterbildung f\u00fcr die beiden Wiedereinstiegsprogramme der Grossbanken beworben und hatte in diesem Zusammenhang einige Bewerbungsgespr\u00e4che. Im Laufe dieser Unterhaltungen stellte ich fest, dass ich nicht mehr in das enge Korsett einer Grossfirma passte. Obwohl meine F\u00e4higkeiten und meine Erfahrungen als Unternehmensberaterin perfekt zu den einzelnen Stellenprofilen passten. Diese Erkenntnis war zun\u00e4chst schmerzhaft f\u00fcr mich, denn sie bedeutete, dass f\u00fcr mich, beim beruflichen Wiedereinstieg, der Weg \u00fcber ein firmeneigenes Programm nicht in Frage kam. Anderseits best\u00e4rkte mich diese Einsicht nochmals darin, mich selbst\u00e4ndig zu machen, um unter anderem \u00fcber meine Arbeitszeiten selber bestimmen zu k\u00f6nnen. Heute bin ich sehr gl\u00fccklich mit meinen T\u00e4tigkeiten und mit meiner beruflichen Situation.<\/p>\n<p><strong>Vielen herzlichen Dank f\u00fcr das spannende Gespr\u00e4ch und alles Gute f\u00fcr die Zukunft!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.leads-4business.ch\">Mehr zum Start-up \u00abLeads4business\u00bb<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.es.unisg.ch\/wbb\">Mehr zu \u00abWomen Back to Business\u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Claudia Pfenniger arbeitete \u00fcber 15 Jahre lang als Unternehmensberaterin in der Finanzbranche, bevor Sie Mutter wurde und eine Erwerbspause einlegte. Heute hat sie ihr eigenes Unternehmen und unterst\u00fctzt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Manager bei der Gewinnung neuer Firmenkunden. 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