{"id":1690,"date":"2020-06-11T14:08:23","date_gmt":"2020-06-11T12:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1690"},"modified":"2020-06-11T14:15:50","modified_gmt":"2020-06-11T12:15:50","slug":"was-wird-im-rechtsmarkt-zur-naechsten-neuen-normalitaet-und-was-wird-nach-covid-19-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/was-wird-im-rechtsmarkt-zur-naechsten-neuen-normalitaet-und-was-wird-nach-covid-19-bleiben","title":{"rendered":"Was wird im Rechtsmarkt zur n\u00e4chsten \u201cneuen Normalit\u00e4t\u201d und was wird nach Covid-19 bleiben?"},"content":{"rendered":"<p>Anfangs Jahr hatte ich \u00fcber <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/10-trends-im-rechtsmarkt-2020\">10 Trends im Rechtsmarkt<\/a> diskutiert. Folgende Beitr\u00e4ge habe ich ebenfalls erst k\u00fcrzlich publiziert: <a href=\"https:\/\/www.deutscheranwaltspiegel.de\/anwaltspiegel\/digitalisierung\/weiter-gehts-im-veraenderungsmodus\/\">Dynamische Entwicklungen werden den Rechtsmarkt auch im Jahr 2020 pr\u00e4gen<\/a>;<a href=\"https:\/\/www.deutscheranwaltspiegel.de\/businesslaw\/legal-tech\/innovation-is-here-to-stay-there-is-no-quick-win-for-anybody\/\"> Innovation is Here to Stay: There is no Quick Win for Anybody<\/a>. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass ich diese so schnell einer Neubeurteilung unterziehen m\u00fcsste. Aber die globalen Entwicklungen rund um Covid-19 zwingen nun f\u00f6rmlich, dar\u00fcber nachzudenken, ob dies an diesen Voraussagen etwas \u00e4ndert. Lesen Sie dazu auch das Interview vom 6. Mai 2020: <a href=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/der-rechtsmarkt-post-corona\">Der Rechtsmarkt Post-Corona.<\/a><\/p>\n<p>Heute sind wir alle Zeugen eines weltweiten Experiments, das durch einen Virus ausgel\u00f6st wurde, das am Ende viel mehr zur (digitalen) Transformation des Rechtsmarkts beigetragen haben wird, als jede andere Entwicklung, jeder CEO oder Digitalisierungs- und Innovation Officer zuvor. Wird es eine Hysterese nach der Hysterie geben, wird es zu bleibenden Ver\u00e4nderungen und dauernden Verschiebungen in den Erwartungen und Pr\u00e4ferenzen der Kunden und Mitarbeitenden f\u00fchren, oder ist es nur ein tempor\u00e4res \u00c4rgernis, das wie eine laufende Nase oder ein Husten \u00fcberwunden werden muss?<\/p>\n<p>Zweifelsohne ist Covid-19 f\u00fcr den Rechtsmarkt und dessen Entwicklungen relevant. Es geht prim\u00e4r zwar um eine Gesundheitskrise, die mit sozialen und politischen Auswirkungen verbunden ist, aber die Situation wird sehr wahrscheinlich auch zu einer Wirtschaftskrise mit fiskal- und geldpolitischen Folgen f\u00fchren. Und dies wird auch den Rechtsmarkt und die verschiedenen Rechtsdienstleister direkt treffen. Nachfolgend sollen die wichtigsten Punkte kurz angesprochen werden, \u00fcber die es sich meines Erachtens lohnt, fr\u00fchzeitig nachzudenken.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Unternehmen konzentrieren sich auf Kostensparmassnahmen:<\/strong> Um umgehend und effektiv den \u00abBlutabfluss\u00bb zu stoppen, sind kurzfristig Massnahmen auf der Kostenseite zu ergreifen. Unternehmen werden diese ohne Ausnahmen, quasi wie einen Haarschnitt, gleichzeitig auf alle Gesch\u00e4ftseinheiten und Funktionen anwenden. So werden auch Rechtsabteilungen zeigen m\u00fcssen, dass sie \u00abGood Corporate Citizens\u00bb und gute Budgetmanager sind, die effektiv zum Erfolg und \u00dcberleben des Unternehmens beitragen.<\/li>\n<li><strong>Umsatz f\u00fcr Anwaltskanzleien ist f\u00fcr immer verloren:<\/strong> Die Realwirtschaft ist hart getroffen worden, und mit ihr auch der Dienstleistungssektor. Bedenkt man, dass L\u00e4nder wie die Schweiz drei Viertel ihrer Wertsch\u00f6pfung im Servicesektor erwirtschaften, muss das zwangsl\u00e4ufig auch Auswirkungen auf Anwaltskanzleien und andere Rechtsdienstleister haben. Rechtsdienstleistungen gelten nicht als G\u00fcter, sondern sind Services. Das bedeutet grunds\u00e4tzlich, dass alles was nicht konsumiert wurde, sp\u00e4ter nicht mehr nachkonsumiert werden wird. Es gibt nat\u00fcrlich Ausnahmen (z.B. Testamente, Scheidungen), aber gewisse Dinge werden sich endg\u00fcltig erledigt haben wie z.B. Streitigkeiten, die man selber gel\u00f6st hat oder nicht mehr durchsetzbar sind. Ob die neuen Covid-19-bezogenen Konflikte den erlittenen Umsatzausfall kompensieren werden, wird sich noch weisen m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Verlust von Kunden:<\/strong> Kleine und mittelgrosse Anwaltskanzleien sind von KMU-Kunden abh\u00e4ngig. Viele dieser Kunden werden jedoch die aktuelle Krise bzw. die noch in Aussicht gestellte Rezession vielleicht nicht \u00fcberleben. Und je nachdem, wie lange diese Auswirkungen sp\u00fcrbar sind, werden auch grosse Unternehmen ihre T\u00fcren schliessen m\u00fcssen. Auf jeden Fall werden diese Kunden ihre Liquidit\u00e4t nicht prim\u00e4r in Rechtsdienstleistungen stecken wollen.<\/li>\n<li><strong>Anwaltskanzleien verschwinden:<\/strong> Anwaltskanzleien sind in bestimmter Hinsicht mit Handwerksbetrieben vergleichbar: Als Cash-basierte Organisationen besitzen sie keine Verm\u00f6genswerte, sie haben keine finanziellen Reserven f\u00fcr st\u00fcrmische Zeiten angeh\u00e4uft und der Kundenstock garantiert eine Auslastung f\u00fcr nur wenige Wochen. Die Pipeline trocknet somit schnell aus, was gewissen Kanzleien zwingen wird, ihre Arbeit einzustellen oder zu diversifizieren. Grosse Kanzleien werden kurzfristig mehr profitieren, weil in VUCA-Zeiten CEOs grosse \u00abBrands\u00bb w\u00e4hlen \u2013 einzig als Vorsichtsmassnahme f\u00fcr den Fall, dass ihnen vorgeworfen werden sollte, in der Krise falsche Entscheide gef\u00e4llt zu haben. Bekannte und grosse Unternehmen werden deshalb wahrscheinlicher \u00fcberleben, weil sie den Kunden zus\u00e4tzliche Leistungen anbieten (z.B. eine Art \u00abVersicherungspolice\u00bb).<\/li>\n<li><strong>Entlassungen und Lohnk\u00fcrzungen:<\/strong> Wenn der Umsatz ausf\u00e4llt, wird die schnelle Kostenkontrolle umso wichtiger. In Kanzleien werden Partnerbez\u00fcge reduziert bzw. Partner werden gebeten, Kapital einzuschiessen, um die Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse zu vermeiden. Ferner sind Lohnk\u00fcrzungen f\u00fcr Angestellte sowie die Reduktion der Gr\u00f6sse der Belegschaft durch Urlaube oder K\u00fcndigungen zu erwarten. Schliesslich werden die fr\u00fchzeitige Rechnungstellung und die Sicherung der Honorareing\u00e4nge wichtiger werden.<\/li>\n<li><strong>Strategien und Gesch\u00e4ftsmodelle \u00fcberdenken:<\/strong> Jetzt m\u00fcssen bisherige Strategien und Gesch\u00e4ftsmodelle beweisen, dass sie funktionieren. Bestehen sie den Test nicht, ist nun der richtige Zeitpunkt, sie zu \u00fcberdenken und zu \u00e4ndern.<\/li>\n<li><strong>Push f\u00fcr Digitalisierung:<\/strong> Die ganze Welt ist auf einen Schlag online gegangen: Kunden, Anbieter, Universit\u00e4ten und selbst Gerichte. Die verschiedenen Technologien werden \u00f6fters und besser genutzt als bisher. Einige Unternehmen und Anwaltskanzleien jedoch sind \u00fcberrascht worden und mussten feststellen, dass sie f\u00fcr Telearbeit nicht eingerichtet sind, keine VPN-Verbindungen haben und auch nicht \u00fcber Pl\u00e4ne zur Aufrechterhaltung des Betriebs verf\u00fcgen. Noch etwas hat sich ge\u00e4ndert: Virtuelle Besprechungen und Treffen werden normal, was viele Vorteile hat. Erinnern sie sich zum Beispiel noch an die schrecklichen Telefonkonferenzen mit Dutzenden von Teilnehmenden? Diese werden auf einen Schlag verschwinden, sobald jeder mit Video sichtbar wird.<\/li>\n<li><strong>Push f\u00fcr Legal Tech:<\/strong> Wir werden uns eingestehen m\u00fcssen, dass uns die heutigen Technologien durch diese Krise geholfen haben. Entsprechend werden wir Technologie und Digitalisierung k\u00fcnftig weniger als Gefahr, sondern als Teil unseres Alltags wahrnehmen und entsprechend einbauen. Damit haben Legal Tech Unternehmen quasi kostenfrei einen zus\u00e4tzlichen und \u00fcberdies \u00fcberzeugenden USP f\u00fcr ihre Verkaufsgespr\u00e4che erhalten. Die Kunden werden viel offener sein, vermehrt menschliche mit technologischen Ressourcen zu kombinieren.<\/li>\n<li><strong>Akzeptanz von New Work:<\/strong> Mit der Verschiebung zu online haben neue Arbeits- und Arbeitszeitmodelle wie zum Beispiel Telearbeit, flexible Arbeitszeiten und Coworking bewiesen, dass sie funktionieren und es grunds\u00e4tzlich keine strikte Pr\u00e4senzzeit im B\u00fcro braucht. Ausser nat\u00fcrlich, wenn eine Organisation auf Papier basierte Prozesse hat, wird es f\u00fcr Arbeitgeber k\u00fcnftig schwieriger werden, zu erkl\u00e4ren, warum Telearbeit wenigstens teilweise nicht m\u00f6glich sein sollte. Und das bietet \u00fcberdies neue M\u00f6glichkeiten, um aus weniger teuren Regionen zu rekrutieren bzw. Teilzeitarbeit zu erm\u00f6glichen, was insbesondere f\u00fcr 50plus-Mitarbeitende und Eltern interessant wird. Die Arbeitsplatzumgebung und der F\u00fchrungsstil werden sich ebenfalls an die neuen Arbeitsformen anpassen m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Online Beratung wird akzeptiert:<\/strong> Online Beratungsdienstleistungen werden \u00fcblich und f\u00fcr Anbieter und Kunden vertrauter werden, was deren Akzeptanz erh\u00f6hen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Basierend auf die vorgenannten Feststellungen stellt sich die Frage, mit welchen weiteren Konsequenzen f\u00fcr den Rechtsmarkt zu rechnen ist.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Erh\u00f6hung von Insourcing und Druck auf Ressourcen:<\/strong> Um Entlassungen in der Rechtsabteilung zu vermeiden, werden die mit der Auslagerung verbundenen Kosten (z.B. f\u00fcr Anwaltskanzleien) soweit wie m\u00f6glich reduziert. Die einzelnen Arbeiten werden einer \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen, ob sie weiterhin durch die Rechtsabteilung bzw. eine Kanzlei ausgef\u00fchrt werden m\u00fcssen oder ob sie nicht sogar effizienter durch neue Anbieter erbracht werden k\u00f6nnten. Multisourcing-Konzepte werden eingef\u00fchrt, um Klumpenrisiken zu reduzieren und Risikodiversit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Bevorzugte Anbieter m\u00fcssen willens und in der Lage sein, mehr als \u00abnur\u00bb Rechtswissen zu bieten (z.B. Interdisziplinarit\u00e4t, internationale Netzwerke, Technologie- und Prozessexpertise, kundenorientierte Gesch\u00e4ftsmodelle).<\/li>\n<li><strong>Beschleunigte Preisverhandlungen:<\/strong> Von Rechtsdienstleistern wird erwartet, ihre Preise zu reduzieren und kostenlose Leistungen zu erbringen, um zu beweisen, wie wichtig ihnen das Wohlergehen ihrer Kunden ist.<\/li>\n<li><strong>Kommunikation durch F\u00fchrungskr\u00e4fte ist wichtig:<\/strong> In der Krise kann man zeigen und beweisen, dass man zu Recht eine F\u00fchrungskraft ist. Man wird in jedem Fall beurteilt werden, im Guten und im Schlechten. Seien sie deshalb pr\u00e4sent und zeigen sie, dass sie \u00fcberlegt und effektiv kommunizieren, ruhig und vern\u00fcnftig bleiben sowie klar und ehrlich informieren. Seien sie sympathisch und emphatisch.<\/li>\n<li><strong>Kundenorientierung ist essenziell:<\/strong> Heute kann man zeigen, dass man sich wirklich um die Kunden und ihr \u00dcberleben sorgt. Hierf\u00fcr ist erforderlich, dass man von einer inside-out zu einer outside-in Sichtweise wechselt, d.h. der Kunde steht im Zentrum. Wenn man an langfristig dauernden Beziehungen und nachhaltig wirksamen Bem\u00fchungen glaubt, sollten sich Rechtsdienstleister entsprechend verhalten.<\/li>\n<li><strong>Fokus auf Mitarbeitende ist vital:<\/strong> Wie man heute mit der Situation umgeht wird nicht nur eine langfristige Wirkung bei den heutigen Mitarbeitenden hinterlassen, sondern auch im k\u00fcnftigen Rekrutierungsmarkt ber\u00fccksichtigt werden. Wie schnell entlassen sie Mitarbeitende bzw. werden sie als vertrauensvoller Arbeitgeber gesehen, der sich aktiv f\u00fcr sein Team einsetzt und zum Beispiel gerade in diesen Zeiten auch noch Training und Weiterbildung f\u00f6rdert?<\/li>\n<li><strong>Beschaffungsabteilung wird wichtiger:<\/strong> Die Experten, wenn es um Massnahmen f\u00fcr Kostenk\u00fcrzungen geht, finden sich zweifelsohne in der Beschaffungsabteilung. Ihre Rolle wird gerade heute wichtiger werden, und man wird auch vermehr auf sie h\u00f6ren wollen, selbst in Rechtsabteilungen mit einer defensiven Haltung.<\/li>\n<li><strong>Krise als Selektionsinstrument:<\/strong> Eine Krise wirkt wie ein Lackmustest. In Zeiten grosser Dringlichkeit geht es darum, das Richtige zu tun und gebrauchsfertige juristische L\u00f6sungen in einem herausfordernden Gesch\u00e4ftsumfeld zu bieten. In Krisen werden auch Reputation und Ruf geschmiedet, zum Vor- und Nachteil des Beurteilten, und das Ergebnis wird eine nachhaltige Wirkung nach sich ziehen. Juristinnen und Juristen k\u00f6nnen jetzt beweisen, dass sie Risiko- und Krisenmanager sind, denen man vertrauen kann und die die Last der Unsicherheit mittragen k\u00f6nnen und wollen. Die Kunden sind in kritischen Zeiten wie diesen viel sensibler und die Kommunikation wird zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal. Die vielbeschworene Vertrauensbeziehung steht auf dem Spiel und Anwaltskanzleien riskieren, dass unzufriedene Kunden \u00abmit den F\u00fcssen w\u00e4hlen\u00bb und zur Konkurrenz wechseln. Je nachdem, wie Juristinnen und Juristen heute handeln und sich verhalten, k\u00f6nnen sie die Gelegenheit nutzen, neue Kunden zu gewinnen, oder sie laufen Gefahr, bestehende Kunden zu verlieren \u2013 und beides f\u00fcr immer.<\/li>\n<li><strong>\u00abMake\u00bb hat sich bew\u00e4hrt:<\/strong> In kritischen Zeiten wie heute sind Rechtsabteilungen gezwungen, mehr selber zu machen und weniger auszulagern, mehr Risiken zu absorbieren und weniger Zweitmeinungen einzuholen, und zu zeigen, dass sie ihre Arbeit effizienter, d.h. mit weniger finanziellen, menschlichen und zeitlichen Ressourcen erledigen k\u00f6nnen. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass dieser Effekt \u2013 einmal bewiesen, dass es auch so geht \u2013 bleiben und nicht zur\u00fcckpendeln wird, was man bereits nach der Finanzkrise von 2008 feststellen konnte.<\/li>\n<li><strong>Neue rechtliche Herausforderungen:<\/strong> Kurzfristig wird sich die juristische Arbeit vom Transaktionsgesch\u00e4ft (ausser nat\u00fcrlich der Kl\u00e4rung von Fragen um MAC, Force Majeure und Vertragsbeendigung) zu Insolvenzen und Restrukturierungen verlagern, abgesehen von gewissen Einzelfragen (z.B. im Arbeitsrecht). Langfristig werden bestimmt auch neue rechtliche Fragen entstehen, die durch Anw\u00e4lte zu l\u00f6sen sind, so u.a. im Zusammenhang mit der Infragestellung der Globalisierung und Spezialisierung, der kritischen Beurteilung von langen bzw. entfernten Wertsch\u00f6pfungs- und Lieferketten, der Verschiebung von Produktionsst\u00e4tten n\u00e4her zum Endkonsumenten hin, den Abh\u00e4ngigkeiten von Klumpenrisiken und die damit zusammenh\u00e4ngende Verletzlichkeit der Kunden. Das wird dem Rechtsmarkt neue Opportunit\u00e4ten bieten, die es zu nutzen gilt.<\/li>\n<li><strong>Zeit f\u00fcr Innovation:<\/strong> Man kann nat\u00fcrlich zuwarten und zuerst einmal zuschauen, was die anderen machen, und dann einfach reagieren. Die gegenw\u00e4rtige Situation bietet aber auch eine perfekte Gelegenheit zu Optimieren und Innovieren, und insbesondere um sich im Markt als Vorreiter zu positionieren. Krisen haben das Potenzial, Ver\u00e4nderungen zu beschleunigen (z.B. Muster f\u00fcr Downloads anbieten, digitale Vertr\u00e4ge erm\u00f6glichen, Online-Streitbeilegungsverfahren intensivieren, Zugang zum Recht erh\u00f6hen, Gerichtsverfahren \u00e4ndern bzw. digitalisieren). Und sie k\u00f6nnen auch bisherige Verhaltensmuster ver\u00e4ndern und lang bestandenes Silodenken zerst\u00f6ren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass durch die heutige Zeit Change beschleunigt wurde und die Anwendung von Technologien gezeigt hat, dass sie funktioniert. Jede einzelne Person und jedes Unternehmen wurden gezwungen, pl\u00f6tzlich mit einer neuen Situation fertigzuwerden. Es gab keine realistischen anderen Optionen, aus denen man h\u00e4tte w\u00e4hlen k\u00f6nnen, und es gab auch keine Zeit, um zun\u00e4chst einmal abzuwarten und die anderen zu beobachten. Alles musste umgehend und zwingenderweise auch unter dem neuen Modus funktionieren, Scheitern war keine Option, und die Situation forderte von allen Beteiligten schnelles Lernen, Toleranz, Flexibilit\u00e4t und Agilit\u00e4t. Die Art und Weise, wie Juristinnen und Juristen mit ihren Kunden interagieren und wie sie Technologie einsetzen hat bereits ge\u00e4ndert und diese Ver\u00e4nderung wird bestimmt fortdauern \u2013 wie auch die Einstellung dazu. Viel Routine und Vertrautheit ist endg\u00fcltig verloren gegangen und hat Platz gemacht f\u00fcr etwas Neues. Post-Corona werden wir auch im Rechtsmarkt nicht mehr zum gleichen Gleichgewicht zur\u00fcckkehren und uns mit einer n\u00e4chsten \u00abneuen Normalit\u00e4t\u00bb abfinden m\u00fcssen \u2013 oder sie aktiv neu schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Anmerkung:<\/strong> <\/span>Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine leicht angepasste \u00dcbersetzung des in Englisch erschienenen Artikels von Bruno Mascello, <a href=\"https:\/\/www.deutscheranwaltspiegel.de\/businesslaw\/rechtsmarkt\/20-points-to-reflect-on-20230\/\">What is the next normal in the legal market and here to stay after Covid-19?, in: Business Law Magazine, issue 2\/2020, 4 June 2020, p. 3-6.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"69e2e966500d1\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div 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