{"id":1631,"date":"2020-05-13T09:54:54","date_gmt":"2020-05-13T07:54:54","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1631"},"modified":"2021-01-26T11:18:27","modified_gmt":"2021-01-26T10:18:27","slug":"das-coronavirus-hat-das-zahlungsverhalten-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/das-coronavirus-hat-das-zahlungsverhalten-veraendert","title":{"rendered":"Das Coronavirus hat das Zahlungsverhalten ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Bev\u00f6lkerung hat aufgrund der Massnahmen rund um das Coronavirus nicht nur ihr Konsumverhalten radikal ge\u00e4ndert, sondern auch die Art und Weise zu bezahlen. Sie hat nach dem Lockdown am 16. M\u00e4rz 2020 deutlich weniger konsumiert, weil fast alle Gesch\u00e4fte und Restaurants schliessen mussten und das Dienstleistungsangebot drastisch reduziert war. So ist der Kredit- und Debitkartenumsatz im Inland w\u00e4hrend der ausserordentlichen Lage durchschnittlich um -35% und -27% gesunken. Es wurde im Durchschnitt rund ein Drittel weniger Bargeld bezogen als vor dem Lockdown (siehe Daten und Grafiken dazu <a href=\"https:\/\/rise.articulate.com\/share\/Fkcyo7V3UF7ZZ4Was5Gy9_Nngas6DbtT#\/lessons\/XQI7YZevosfGreUJxQOVPXRqHehivJjo\">hier<\/a>). Diese Zahlen zeigen einen ersten Blick in die negativen \u00f6konomischen Auswirkungen des Lockdowns.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich hat sich das individuelle Zahlungsverhalten ver\u00e4ndert. Bargeld geniesst immer noch einen hohen Stellenwert in der Schweiz. Rund die H\u00e4lfte der Transaktionen wurden im Jahr 2019 in bar abgewickelt, was rund einem Viertel des Umsatzes entspricht. Die Situation w\u00e4hrend der Coronapandemie hat zum Bewusstsein gef\u00fchrt, dass Bargeld vielfach mit Viren und Bakterien kontaminiert sein kann. Studien zeigen, dass Viren bis zu 12 Tagen auf einer Banknote \u00fcberleben. Konsumenten wurden in Gesch\u00e4ften auch explizit darauf hingewiesen, bargeldlos und sogar kontaktlos zu bezahlen. Anfang April wurde sogar im Eiltempo die Limite f\u00fcr kontaktloses Bezahlen ohne PIN-Eingabe auf 80 Franken erh\u00f6ht. Diese \u00abPush-\u00bb und \u00abPull-\u00bbEffekte haben in zweifacher Hinsicht zu einem ver\u00e4nderten Zahlungsverhalten w\u00e4hrend der Coronapandemie beigetragen, wie aktuelle Daten zum Zahlungsmittelgebrauch in der Schweiz zeigen.<\/p>\n<p>Kontaktloses Bezahlen und insbesondere Onlinezahlungen haben nach dem Lockdown verh\u00e4ltnism\u00e4ssig deutlich zugenommen. Der kontaktlos get\u00e4tigte Kreditkartenumsatz und der Umsatz mit Onlinezahlungen ist w\u00e4hrend der ausserordentlichen Lage um +8%-Punkte und rund +16%-Punkte gestiegen (siehe <a href=\"https:\/\/www.datawrapper.de\/_\/HlQW7\/\">Abbildung 1<\/a>). Die kontaktlosen Zahlungen sowie Onlinezahlungen haben um rund 3%-Punkte und 11%-Punkte zugenommen. Viele Kreditkartenbesitzer bezahlten folglich lieber ber\u00fchrungslos statt konventionell und vertrieben sich vermehrt die Zeit mit Onlineshopping statt mit Einkaufen vor Ort.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/HlQW7\/6\/\" width=\"100%\" height=\"698\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wurde nach dem Lockdown verh\u00e4ltnism\u00e4ssig weniger mit Kreditkarte bezahlt und weniger h\u00e4ufig Bargeld bezogen, w\u00e4hrend die Debitkarte vermehrt zum Einsatz kam. Die Anzahl Bargeldbez\u00fcge und Kreditkartenzahlungen haben w\u00e4hrend der ausserordentlichen Lage im Durchschnitt anteilsm\u00e4ssig um -2,6%-Punkte und -2,2%-Punkte abgenommen, w\u00e4hrend der Debitkarteneinsatz um +4,8%-Punkte stieg (siehe <a href=\"https:\/\/www.datawrapper.de\/_\/UM6Cn\/\">Abbildung 2<\/a>).<\/p>\n<p><iframe id=\"datawrapper-chart-UM6Cn\" style=\"width: 0; min-width: 100% !important; border: none;\" title=\"Zahlungsmitteleinsatz in der Schweiz am POS vor und nach dem Lockdown \" src=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/UM6Cn\/6\/\" height=\"698\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" aria-label=\"Interactive area chart\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">!function(){\"use strict\";window.addEventListener(\"message\",(function(a){if(void 0!==a.data[\"datawrapper-height\"])for(var e in a.data[\"datawrapper-height\"]){var t=document.getElementById(\"datawrapper-chart-\"+e)||document.querySelector(\"iframe[src*='\"+e+\"']\");t&&(t.style.height=a.data[\"datawrapper-height\"][e]+\"px\")}}))}();\n<\/script><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele G\u00fcter des t\u00e4glichen Gebrauchs werden mit Bargeld oder Debitkarte bezahlt, w\u00e4hrend f\u00fcr Restaurantbesuche, Reisen und langlebige Produkte mehrheitlich die Kreditkarte Verwendung findet. Diese M\u00f6glichkeiten waren nach dem Lockdown deutlich eingeschr\u00e4nkt, was zu weniger Kreditkartenzahlungen f\u00fchrte. Die Debitkarte wurde hingegen aufgrund ihrer vermeintlich hygienischeren Eigenschaften verglichen mit Bargeld wohl h\u00e4ufiger als Bargeld f\u00fcr allt\u00e4gliche Besorgungen verwendet \u2013 die gesunkene Anzahl Bargeldbez\u00fcge k\u00f6nnte ein Indiz daf\u00fcr sein. Ein Vergleich der Ausgaben der drei Zahlungsmittel zeigt ein \u00e4hnliches Bild (siehe <a href=\"https:\/\/www.datawrapper.de\/_\/tj0bV\/\">Abbildung 3<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe id=\"datawrapper-chart-tj0bV\" style=\"width: 0; min-width: 100% !important; border: none;\" title=\"Zahlungsmittelumsatz in der Schweiz am POS vor und nach dem Lockdown\" src=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/tj0bV\/5\/\" height=\"698\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" aria-label=\"Interactive area chart\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">!function(){\"use strict\";window.addEventListener(\"message\",(function(a){if(void 0!==a.data[\"datawrapper-height\"])for(var e in a.data[\"datawrapper-height\"]){var t=document.getElementById(\"datawrapper-chart-\"+e)||document.querySelector(\"iframe[src*='\"+e+\"']\");t&&(t.style.height=a.data[\"datawrapper-height\"][e]+\"px\")}}))}();\n<\/script><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Debitkartenumsatz hat vergleichsweise zugenommen (+3,3%-Punkte), w\u00e4hrend der Kreditkartenumsatz sank (-4,6%-Punkte). Der Umsatz der Bargeldbez\u00fcge nahm mit 1,3%-Punkten leicht zu. Die Daten zeigen, dass der durchschnittliche Betrag pro Bargeldbezug w\u00e4hrend der ausserordentlichen Lage um rund 38% auf 450 Fr. gestiegen ist. Entweder wurde Bargeld aufgrund von krisenbedingten Vorsichtsmassnahmen vermehrt gehalten oder aber es wurde \u00e4hnlich viel mit Bargeld ausgegeben. Gem\u00e4ss Angaben des Detailhandels sind die Ums\u00e4tze mit Bargeld nach dem Lockdown jedoch deutlich zur\u00fcck gegangen.<\/p>\n<p>Deutlich zugenommen hat nach dem Lockdown hingegen das mobile Bezahlen, insbesondere mit Twint. Die Neuregistrierungen pro Tag haben sich verdoppelt, so auch im Minimum die Anzahl Transaktionen. Mobile payment ist in der Schweiz mittlerweile etabliert.<\/p>\n<p>Das Coronavirus wird die Welt noch l\u00e4nger in Atem halten und das Zahlungsverhalten nachhaltig ver\u00e4ndern. Es wird den Trend hin zu mehr bargeldlosem Bezahlen zus\u00e4tzlich verst\u00e4rken, denn Personen werden vermehrt kontaktlos bezahlen und online einkaufen. Auch mobiles Bezahlen wird weiter stark zunehmen. Viele Personen lernten die Vorz\u00fcge bargeldloser Zahlungsmittel w\u00e4hrend der Coronakrise sch\u00e4tzen, weil sie beinahe dazu gedr\u00e4ngt wurden. So hat jede Krise auch etwas Positives.<\/p>\n<p><em>Mehr regelm\u00e4ssig aktualisierte Visualisierungen zum individuellen Zahlungsverhalten vor und w\u00e4hrend der Coronakrise finden sie auf dieser <a href=\"http:\/\/www.swisspaymentbehaviour.ch\">Website<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Bev\u00f6lkerung hat aufgrund der Massnahmen rund um das Coronavirus nicht nur ihr Konsumverhalten radikal ge\u00e4ndert, sondern auch die Art und Weise zu bezahlen. Sie hat nach dem Lockdown am 16. 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Das Zahlungsverhalten wird sich wohl aufgrund von Covid-19 nachhaltig ver\u00e4ndern.<\/p>\n","school":false},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1631"}],"collection":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1631"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1631\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}