{"id":1395,"date":"2019-11-20T15:44:42","date_gmt":"2019-11-20T14:44:42","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1395"},"modified":"2019-11-20T16:58:35","modified_gmt":"2019-11-20T15:58:35","slug":"stundenhonorare-und-alternative-verguetungsformen-von-anwaelten-kein-entweder-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/stundenhonorare-und-alternative-verguetungsformen-von-anwaelten-kein-entweder-oder","title":{"rendered":"Stundenhonorare und alternative Verg\u00fctungsformen von Anw\u00e4lten \u2013 Kein entweder oder!"},"content":{"rendered":"<p>\u00abWo stehen wir heute in der Diskussion um Anwaltshonorare?\u00bb Mit dieser Frage er\u00f6ffnete ich die Tagung zum Thema \u00abZukunft Rechtsmarkt\u00bb. Kunden sind unzufrieden mit der Verg\u00fctung ihrer Rechtsdienstleister, und dies stellt f\u00fcr Kanzleien und Rechtsabteilungen eine grosse Herausforderung dar. Alternative Verg\u00fctungsmodelle, Alternative Fee Arrangements (AFA) auf Neudeutsch, ist das Zauberwort, mit dem sich die Rechtsbranche immer h\u00e4ufiger auseinandersetzen muss. Je zwei Vertreter\/innen von Rechtsabteilungen, Kanzleien und von Revisionsgesellschaften teilten ihre Praxiserfahrungen dazu mit den Tagungsteilnehmenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Faire Verg\u00fctungsmodelle<\/strong><\/p>\n<p>In der anschliessenden, anregenden Paneldiskussion mit dem Moderator Markus Hartung und s\u00e4mtlichen Tagungsrednern\/innen sind die verschiedenen Positionen vertieft und provokative Thesen aufgestellt worden. Es stellte sich heraus, dass sich Kunden bei der Leistungsverg\u00fctung von ihren Anbietern vermehrt kreativere Ans\u00e4tze als die konventionellen Stundenhonorarmodelle w\u00fcnschen und auch fordern. Kunden wechseln heute schneller ihren Anbieter, wenn ihre Bed\u00fcrfnisse nicht vern\u00fcnftig adressiert werden. Kanzleien und die vertretenen Rechtsarme der Big Four probieren solche Angebote bereits aus, sofern es sich finanziell darstellen l\u00e4sst. Die Zuh\u00f6rer erfuhren auch, dass sich nicht alle neuen Honorarmodelle am Ende gerechnet haben, sondern eher als Investition in die Kundenzufriedenheit zu werten sind und daher keinen Misserfolg dargestellt haben. Ein spannender Versuch war der Ansatz, dass einem Kunden die M\u00f6glichkeit geboten wurde, am Ende selber \u00fcber das seinem Anwalt zu bezahlende Honorar zu entscheiden, basierend darauf, was ihm die erbrachte Leistung Wert war. Es fiel auf, dass die Diskussion zwischen den verschiedenen Vertretern zum Thema Honorarmodelle viel weniger Konfrontation zeigte. Vielmehr zeigte sich ein ernsthafter Wille, die eigene Verg\u00fctungsordnung anzupassen, wenn es auf alle Seiten fair erfolge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kreativit\u00e4t ist gefragt<\/strong><\/p>\n<p>Mut und Kreativit\u00e4t bei Preismodellen sollen die Rechtsdienstleister haben, ermutigte Prof. Dr. Leo Staub von der Universit\u00e4t St.Gallen die Teilnehmenden zum Abschluss. Vorab-Investition wagen, keine Scheu vor wertsteigerndem gesch\u00e4ftlichem Rat haben und ein sauberes und regelm\u00e4ssiges Reporting \u00fcber Fall- und Aufwand-Entwicklung machen, so seine Empfehlungen weiter. Zudem sollen Rechtsabteilungen eine faire Sch\u00e4tzung der Leistung von Kanzleien vornehmen, den Kanzleien helfen, den Wert einer anwaltlichen Intervention f\u00fcr den Kunden zu verstehen und den Leistungsumfang sauber definieren, und ein \u201eDesign-to-Cost\u201c (vs. \u201eCost-to-Design\u201c) als Preisfindungsmethode in Betracht ziehen.<\/p>\n<p>Alle Anbieter d\u00fcrften in Zukunft aber folgendes gleichermassen angehen: Technologie als Chance willkommen heissen, sich gegenseitig eine Lernkurve mit alternativen Preismodellen zugestehen und in Sachen Verg\u00fctung eine offene Zusammenarbeit anstreben. Schliesslich ist auch wichtig, miteinander in ein konstruktives Gespr\u00e4ch zu kommen, am besten \u00fcber regelm\u00e4ssige Debriefings am Ende von Mandaten.<\/p>\n<p>Es wird spannend bleiben, wie sich der Preisfindungsprozess zwischen den Marktbeteiligungen weiter entwickeln wird. Die Tagung hat gezeigt, dass gute Absichten bestehen, Mut zum Risiko da ist und konstruktive Diskussionen angestrebt und bereits gef\u00fchrt werden. Fragen nach dem geeigneten Honorarmodell hat nichts an Aktualit\u00e4t und Brisanz verloren und wird in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden sicher auch in Zukunft auf der Agenda von Kanzleien und Kunden auftauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir danken an dieser Stelle allen Referentinnen und Referenten ganz herzlich: Dr. Hildegard Bison, BP Europe SE; Veronica Lierau, Gurit Holding AG; Wojciech Wolk, Allen &amp; Overy LLP; Dr. Clemens Jaufer, ScherbaumSeebacher; J\u00fcrg Birri, Deloitte Legal; Jan Schulz, EY Law; Markus Hartung, Chevalier und Bucerius Center on the Legal Profession.<\/p>\n<p>Ferner danken wir auch allen Sponsoren (in alphabetischer Folge): Axiom Global, Inventus Solutions, Phoenix Business Solutions, STP Informationstechnologie, Wolters Kluwer Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Tagung findet auch im 2020 wieder statt. Wir w\u00fcrden uns freuen, mit Ihnen \u00fcber weitere aktuelle Themen zu diskutieren. Merken Sie sich das Datum bereits jetzt vor: 7. Mai 2019.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWo stehen wir heute in der Diskussion um Anwaltshonorare?\u00bb Mit dieser Frage er\u00f6ffnete ich die Tagung zum Thema \u00abZukunft Rechtsmarkt\u00bb. Kunden sind unzufrieden mit der Verg\u00fctung ihrer Rechtsdienstleister, und dies stellt f\u00fcr Kanzleien und Rechtsabteilungen eine grosse Herausforderung dar. Alternative Verg\u00fctungsmodelle, Alternative Fee Arrangements (AFA) auf Neudeutsch, ist das Zauberwort, mit dem sich die Rechtsbranche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":1396,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false},"categories":[43,61,22,3,37],"tags":[140,242,356,104,126,464],"acf":{"excerpt":"<p>60 Rechtexperten kamen am 30. Oktober 2019 in Z\u00fcrich an der ausverkauften Tagung \u00abZukunft Rechtsmarkt\u00bb zum diesj\u00e4hrigen Thema \u00abStundenhonorare als Auslaufmodell?\u00bb zusammen. Eine fruchtbare Verbindung zwischen den konventionellen Stundenhonoraren und alternativen Verg\u00fctungsformen von Anw\u00e4lten brauche es, waren sich die Experten an der Tagung der Executive School der Universit\u00e4t St.Gallen einig.<\/p>\n","school":false},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1395"}],"collection":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1395"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1395\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}