{"id":1000,"date":"2019-05-06T14:06:10","date_gmt":"2019-05-06T12:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/?p=1000"},"modified":"2019-05-08T11:01:40","modified_gmt":"2019-05-08T09:01:40","slug":"eine-erfolgreiche-modedesignerin-wird-mutter-und-krempelt-ihr-leben-um-nach-ihrer-familienzeit-wagt-sie-einen-neuanfang-und-gruendet-eine-stiftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/eine-erfolgreiche-modedesignerin-wird-mutter-und-krempelt-ihr-leben-um-nach-ihrer-familienzeit-wagt-sie-einen-neuanfang-und-gruendet-eine-stiftung","title":{"rendered":"Eine erfolgreiche Modedesignerin wird Mutter und krempelt ihr Leben um. Nach ihrer Familienzeit wagt sie einen Neuanfang und gr\u00fcndet eine Stiftung."},"content":{"rendered":"<p>Anita Winter, Tochter zweier holocaust verfolgter Eltern, absolvierte das <a href=\"https:\/\/www.es.unisg.ch\/de\/programme\/women-back-business\">Women Back to Business-Programm<\/a>. Die Weiterbildung war f\u00fcr sie pure Inspiration und eine unvergleichliche Hilfe bei der Umsetzung einer Herzensangelegenheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wo stehen Sie heute beruflich und privat?<\/em><\/p>\n<p>Ich pr\u00e4sidiere die Gamaraal Foundation, die ich im Jahr 2014 gegr\u00fcndet habe. Die Stiftung unterst\u00fctzt bed\u00fcrftige \u00dcberlebende der Schoah und engagiert sich im Bereich der HolocaustEducation. Daneben habe ich als Vertreterin der gr\u00f6ssten j\u00fcdischen internationalen Menschenrechtsorganisation eine Akkreditierung am UNOMenschenrechtsrat in Genf und spreche dort regelm\u00e4ssig. Ich bin verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wie entstand die Idee, die Stiftung Gamaraal zu gr\u00fcnden? Sie waren zuvor eine erfolgreiche Unternehmerin in der Modebranche?<\/em><\/p>\n<p>Da muss ich ein bisschen ausholen. Ich habe in Z\u00fcrich BWL zu studieren begonnen und bald danach meine eigene Firma gegr\u00fcndet. Unter dem Label Anita S. habe ich eigene Kleiderkollektionen designt und europaweit f\u00fcr Erwachsene verkauft. Zudem hatte ich verschiedene Vertretungen, unter anderem Walt Disney Babywear, und war damit, bitte verzeihen Sie mir, wenn es unbescheiden t\u00f6nt, sehr erfolgreich. Nachdem unser viertes Kind auf die Welt gekommen ist, habe ich realisiert, dass ich entweder eine schlechte Mutter oder eine schlechte Unternehmerin bin oder meine Kinder fremdbetreuen lassen musste, was ich auf keinen Fall wollte. Also entschied ich mich, mein florierendes Gesch\u00e4ft zu reduzieren, um f\u00fcr eine Weile mehr Zeit f\u00fcr die Kinder zu haben. Aber immer mit der festen \u00dcberzeugung, nach ein paar Jahren weiterzumachen und mein Gesch\u00e4ft im Modebusiness weiter auszubauen. R\u00fcckblickend war dies eine grosse Fehleinsch\u00e4tzung. Als es dann so weit war und meine j\u00fcngste Tochter ungef\u00e4hr zehn Jahre alt war, musste ich feststellen, dass sich die Modewelt stark ver\u00e4ndert hatte und es praktisch unm\u00f6glich war, da fortzufahren, wo ich zehn Jahre zuvor aufgeh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Daraus entstand dann Ihr Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung, richtig?<\/em><\/p>\n<p>Nicht unbedingt. Es war schon immer mein Wunsch, nochmals zu studieren, am allerliebsten in Harvard. Da mir aber die N\u00e4he zu meiner Familie sehr wichtig ist, habe ich mich in der Schweiz umgeschaut und bin auf das WBB-Weiterbildungsprogramm gestossen, das mich von der ersten Sekunde an fasziniert und begeistert hat.<\/p>\n  \n  <div class=\"box right courses\">\n          <div class=\"course clickable\">\n        <h5>Executive School Studiengang:<\/h5>\n        <div class=\"terms\">\n          Open Programmes<br>        <\/div>\n\n        <h4>\n          <a target=\"_self\" href=\"https:\/\/www.es.unisg.ch\/de\/programme\/women-back-business\">Women Back to Business<\/a>        <\/h4>\n\n        <div class=\"description\">\n          Management-Weiterbildung f\u00fcr Wiedereinsteigerinnen oder Umsteigerinnen        <\/div>\n      \n      <\/div>\n        <\/div>\n  \n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Gab es eine besonders schwierige Situation auf Ihrem Weg zum beruflichen Umstieg?<\/em><\/p>\n<p>Mit dem Erfolg der Stiftung, insbesondere mit der Realisierung der Ausstellung \u201eThe Last Swiss Holocaust Survivors\u201c, wurde die Verantwortung, die ich zu tragen hatte, sehr schnell sehr gross. Ich musste Wege finden, damit umzugehen, um mich von dieser Verantwortung nicht l\u00e4hmen zu lassen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn Sie den Prozess Ihres beruflichen Umstiegs r\u00fcckblickend betrachten: Was war das Wichtigste?<\/em><\/p>\n<p>Das Allerwichtigste war sicherlich die WBB-Weiterbildung, die mir den Mut und das Selbstvertrauen gegeben hat, manchmal auch unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Ich habe gelernt, Priorit\u00e4ten zu setzen und zu verstehen, wie zentral Resilienz im beruflichen und famili\u00e4ren Leben ist. Der zweite wesentliche Punkt ist: Die Gamaraal Foundation ist f\u00fcr mich ein Herzensprojekt, aber mir war es \u00fcber all diese Jahre auch wichtig, meinen Kindern zu zeigen, dass Bildung und Engagement zentral im Leben sind. Bildung ist f\u00fcr mich nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Herzensbildung. Mein Grossvater, ein Holocaust\u00fcberlebender, erz\u00e4hlte mir wenig \u00fcber seine traumatischen Erlebnisse in der Schoah, weil er mich sch\u00fctzen wollte. Ein Satz hat mich aber sehr gepr\u00e4gt: \u201eH\u00f6r zu, Goldschatz\u201c, sagte er mir als Kind, \u201edie Nazis haben mir im Krieg alles genommen, meine Eltern, all meine Geschwister, mein gesamtes Verm\u00f6gen, meine W\u00fcrde, sogar meinen Namen. Du kannst im Leben alles verlieren, ausser deine Bildung.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_1001\" aria-describedby=\"caption-attachment-1001\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img class=\"size-medium wp-image-1001\" src=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-200x300.jpg\" alt=\"Anita Winter\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-200x300.jpg 200w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-768x1152.jpg 768w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-1800x2700.jpg 1800w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-240x360.jpg 240w, https:\/\/lam.unisg.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Anita-Winter-1200x1800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 200px) 85vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1001\" class=\"wp-caption-text\">Anita Winter<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Geschichten zu erfolgreichen Frauen finden Sie in<a href=\"https:\/\/issuu.com\/executiveschool\/docs\/wbb_jubil_umsmagazin_digital\"> unserem Magazin.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Picture by <a class=\"_3XzpS _1ByhS _4kjHg _1O9Y0 _3l__V _1CBrG xLon9\" href=\"https:\/\/unsplash.com\/@priscilladupreez\">Priscilla Du Preez<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/\">Unsplash<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n            <div id=\"mailerlite-form_1\" data-temp-id=\"6a53a117cf57c\">\n                <div class=\"mailerlite-form\">\n                    <form action=\"\" method=\"post\">\n                                                    <div class=\"mailerlite-form-title\"><h3>Newsletter Signup<\/h3><\/div>\n                                                <div class=\"mailerlite-form-description\"><\/div>\n                        <div class=\"mailerlite-form-inputs\">\n                                                        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